Full text : Forschungsaufgabe Industriekultur

Ministerielle  Bergabteilung

Bergamt  Bonn

Generalbefahrungen

Bergwerksdirektor  bzw.  Bergwerksdirektionsvorsitzender

Berginspektoren  bzw.  später
Bergwerksdirektoren

Justitar,  Baubeamte,  Berginspektor  der
Kassen*  und  Handelssachen  u.a.

Berg-  Berg-  Berg-  Berg-  Bergwerks-
  werks-  werks-  werks-  werksinspek-
  inspek-  inspek-  inspek-  lnspektionen
  tionen  tionen  tionen  tionen

Handels-  Verwalte
  ureau  für  tung  für
den  Land-  die  Kraftu.
  Eisen-  u.  Wasserbahndebit
  werke

Berg-  Hafenamt  Bergschulen
  u.  in  Malstatt  faktorei
Bergvor-  für  Absatz  Kohlenschulen
  auf  dem  waage  zur

Wasser-  zentralen
weg  Materialbeschaffung


Abb.  3:  Die  interne  Struktur  der  Bergwerksdirektion  1861-1919

Die  Bergwerksdirektion  unterstand  in  zahlreichen  Fragen  weiterhin  dem  Oberbergamt
  und  in  allen  wichtigen  Punkten  der  ministeriellen  Bergabteilung.  Diese
Unterstellung  war  aber  keine  formelle,  da  die  Vorgesetzten  stets  einen  großen
Einfluss  auf  die  Entscheidungen  nahmen.  So  mussten  sich  die  Leiter  der  Bergwerksdirektion
  auch  viele  Entscheidungen  des  täglichen  Geschäfts  genehmigen
lassen.  Die  Unternehmensfuhrung  blieb  wie  eine  Behörde  aufgebaut,  bis  ins
Detail  musste  Buch  geführt  und  schriftlich  den  Vorgesetzten  berichtet  bzw.
Vorgänge  in  Akten  festgehalten  werden.  Hinzu  kamen  die  zahlreichen  schriftlichen
  Berichte211  und  Denkschriften,* 21  deren  Zahl  im  Laufe  der  Jahre  sehr  stark
vermehrt  wurde,  und  die  eine  erhebliche  Arbeitsbelastung  für  die  leitenden

Gründung  der  Verwaltung  für  die  Kraft-  und  Wasserwerke.  Alle  diese  Einrichtungen  blieben
ebenso  wie  die  Bergschule  und  die  vier  Bergvorschulen  unter  der  Kontrolle  der  Bergwerksdirektion
  und  erlangten  keinerlei  Eigenständigkeit.
20  An  das  Oberbergamt  bzw.  durchlaufend  nach  Berlin  mussten  von  Saarbrücken  in  der
zweiten  Hälfte  des  19.  Jahrhunderts  monatlich  die  Nachweisungen  über  die  Förderung  und
den  Debit,  vierteljährlich  die  Berichte  über  die  Koksanstalten,  über  den  Betrieb  und  den
Haushalt  der  Gruben,  Zeitungsberichte,  Übersichten  über  die  Kasse  und  die  Ausgaben,
halbjährlich  der  Nachweis  der  im  Civildienst  unabkömmlichen  Beamten,  Protokolle  über
die  Revision  der  Direktions-  und  Werkskassen  und  jährlich  ein  Verzeichnis  der  Civilanwärter,
  Referendare  etc.  gesandt  werden.  Außerdem  fertigte  man  in  Saarbrücken  25
weitere  jährliche  Berichte  (Verwaltungsberichte,  Betriebsberichte,  Dampfkesselrevisionen,
Abonnentenverzeichnis  für  die  Zeitschrift  des  Berg-,  Hütten-  und  Salinenwesens  oder  die
Ermittlung  der  Kohlenpreise  etc.)  für  die  Vorgesetzten  Behörden  (LAS  564  Nr.  613).
21  So  schrieb  selbst  das  Ministerium  im  Jahre  1900:  "in  letzterer  Hinsicht  dürfte  es  von
Interesse  sein,  nicht  etwa  durch  Ausführung  von  Bohrarbeiten  und  Bearbeitung  weitschweifiger
  Denkschriften  Zeitverlust  zu  erleiden."  (LAS  564  Nr.  91)

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