Full text : Forschungsaufgabe Industriekultur

Bergwerks-  und  Hüttendepartement  bzw.  Oberberghauptmannschaft  in  den
Ministerien  der  Finanzen,  des  Innern  oder  des  Handels

Oberbergamt  Bonn

Bergamt  Saarbrücken
Bergmeistereien  und  Gruben

Abb.  1:  Das  Saarbrücker  Bergamt  und  seine  Vorgesetzten  Behörden
1816-1861
Scheidungen  zu  treffen,  "welche  Sie  für  sachdienlich  erachten  werden."15  Die
direkt  Vorgesetzte  Behörde  war  das  Oberbergamt  Bonn,  das  wiederum  der  Oberberghauptmannschaft
  in  Berlin  unterstand.  Letztere  bildete  die  ministerielle
Fachabteilung  in  der  preußischen  Regierung.16  Mit  dem  Wachstum  des  preußischen
  Staatsbergbaus  -  das  Unternehmen  besaß  1857  eine  Belegschaft  von
über  10.000  Personen  -  expandierte  das  Bergamt  nach  1816  personell,17  allerdings
  blieb  die  Grundstruktur  weiter  bestehen.  Einzig  die  Zahl  der  Bergmeistereien
  wurde  1857  auf  fünf  erweitert.  Erst  1861  wurde  die  Organisation  der
preußischen  Staatsgruben  an  der  Saar  -  wie  auch  die  gesamte  preußische  Bergverwaltung
  -  umstrukturiert.  Da  bei  dieser  Reform  der  preußischen  Bergadminis-15

  Klein  (Anm.  8),  S.  67-68.  So  mussten  alle  Eingaben  durch  die  Hand  des  Direktors  gehen.
Der  Direktor  verteilte  auch  die  Vorträge  für  die  gemeinsamen  Konferenzen,  auf  denen  die
Entscheidungen  fielen.  Daneben  entschied  die  Stimme  des  Direktors  in  Streitfällen,  wobei
im  Falle  abweichender  Meinungen  den  Berichten  an  die  übergeordneten  Behörden  ein  "Pro
Memoria"  beigefügt  werden  konnte.
16  Die  Berg-,  Hütten-  und  Salinen-Administration,  d.h.  die  Oberberghauptmannschaft  in
Berlin,  wechselte  mehrfach  die  ministerielle  Zugehörigkeit.  Von  1813  bis  1817  unterstand
sie  dem  Finanzministerium,  1817  bis  1834  dem  Innenministerium  und  1834  bis  1848
wiederum  dem  Finanzministerium.  1848  wurden  sie  dann  dem  Ministerium  für  Handel,
Gewerbe  und  öffentliche  Arbeiten  unterstellt.  Hier  verblieben  sie  bis  1878,  um  danach  bis
1890  dem  Ministerium  der  öffentlichen  Arbeiten  zugeordnet  zu  werden.  Ab  1890  bis  Ende
des  Betrachtungszeitraumes  gehörte  die  Bergabteilung  dann  wieder  zum  Handelsministerium.
  Hans-Heinrich  Borchard,  50  Jahre  Preußisches  Ministerium  für  Handel  und  Gewerbe
1879-1929.  Berlin  1929;  Kroker  (Anm.  2),  S.  518.
17  1855  wurde  die  Zahl  der  Geschworenen  von  vier  auf  sieben  erhöht,  wozu  noch  zwei  für
die  so  genannten  metallischen  Reviere  St.  Wendel  und  St.  Goar  hinzukamen.  Schon  1857
erhöhte  man  die  Zahl  der  Bergmeistereien  auf  fünf,  da  die  Arbeit  von  drei  Bergmeistern
nicht  mehr  zu  bewältigen  war.  Klein  (Anm.  8),  S.  80-1  12.

180
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.