den Hochofengasen zu entwickelnden Kraftleistung wurden von Lürmann als
die wichtigsten Vorteile dieser neuen Verwendung der Hochofengase vorgestellt.
In einem Vergleich der Vor- und Nachteile der Dampfmaschine mit denjenigen
der Gasmaschine fasste der Experte den Stand der damaligen technischen
Diskussion unter Hüttenleuten und Maschinenkonstrukteuren wie folgt zusammen:
1. die Gasmaschine bot den wesentlichen Vorteil der örtlichen und
zeitlichen Vereinigung der Wärmeerzeugung und Wärmenutzung, während
beide von der Dampfmaschine örtlich und zeitlich getrennt waren und somit das
Problem der Abwärme sich stellte, 2. der Leistungsvorteil der Dampfmaschine
bestand in der Tatsache, dass diese während jeder Umdrehung zwei Kraft gebende
Füllungen erhielt, während eine Viertakt-Gasmaschine pro zwei Umdrehungen
nur eine Kraft gebende Füllung bekam, 3. die größten und besteingerichteten
Dampfmaschinen setzten jedoch nur 12% der durch das verwendete
Brennmaterial theoretisch entwickelbaren Wärme in Kraft um, es gingen also bei
den besten Dampfmaschinen 88% des Wertes des Brennmaterials verloren. Die
größten und besteingerichteten Gasmaschinen, welche Leuchtgas gebrauchten,
konnten dagegen 23 bis 26% der durch Verbrennung der Gase theoretisch zu
entwickelnden Wärme in Arbeit umsetzen.
Sodann ging Lürmann auf die Schwierigkeiten ein, die sich der Verwendung der
Hochofengase entgegenstellten, ln seinen Augen stellte der Hochofen den
perfekten Generator an und für sich dar. Dessen Nebenerzeugnis, das Hochofengas,
enthielt noch 24 bis 34% brennbare Gase. Der Verwendung dieser
Gase in Gasmaschinen standen jedoch einige Schwierigkeiten entgegen, die
Lürmann vor allem 1. in der wechselnden Zusammensetzung der Hochofengase,
2. in ihrem relativ geringen Gehalt an brennbaren Gasen, 3. in der Beimengung
von Staub sowie Metall- und anderen Dämpfen und 4. in ihrem Gehalt an
Wasserdampf sah. In der Tat, wird die Zusammensetzung der Hochofengase
durch die Art der Beschickung, durch den Betrieb und den Gang des Hochofens
beeinflusst und wechselt diese somit fortwährend. Daher die Bedeutung
der theoretischen Berechnung und der praktischen Analyse der Zusammensetzung
der Hochofengase. Für die Wirkung in einem Gasmotor, der Wärme in
Arbeit umsetzen soll, ist natürlich der Gehalt an brennbaren Stoffen in den
Hochofengasen, also die Menge der Wärmeeinheiten (W.E.) maßgebend. Die
Menge der bei der Verbrennung theoretisch zu entwickelnden W.E. wechselte
nach Berechnung der Zusammensetzung der Hochofengase auf den verschiedenen
Hüttenwerken um die Jahrhundertwende zwischen 725 und 950 W.E.
Die größte Schwierigkeit, welche die Hochofengase ihrer Verwendung in Gasmaschinen
entgegensetzen, besteht in deren Gehalt an Staub, Die Hochofengase
enthalten zweierlei Arten von Staub. Einmal den Staub, welcher aus unzersetzten
Dampferzeugung. Bei einem Hochofenwerk von 600 Tonnen Tagesproduktion rechnete man
auf 10.000 bis 12.000 PS bei Verwendung von Gasmotoren, während die Dampfkessel mit
demselben Gichtgasquantum nur etwa 4000 PS lieferten.
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