Völklingen gebracht. Die zwischenzeitlich eingetretene Veränderung der Eigentumsverhältnisse
an den Saarhütten brachten keine Änderung der Konzentration
der Roheisen- und Koksproduktion am Standort Di Hingen und der Stahlproduktion
in den beiden Werken Dillingen und Völklingen.
Schlussgedanken
Aus der Skizzierung des technischen Ausrüstungsstands der beiden von mir
vorgestellten Produktionsbereiche der Saarhütten - Roheisen und Stahl - lässt
sich entnehmen, dass von der saarländischen Eisenindustrie keine bahnbrechenden
metallurgischen Erfindungen ausgegangen sind. Innovative Pilotprojekte
wurden in anderen Revieren entwickelt, ihre Verwendbarkeit von der
hiesigen Industrie überprüft und der hiesigen Rohstofflage entsprechend modifiziert.
Aus der Retrospektive möchte man das Handeln der hiesigen Eisenhüttenleute
charakterisieren mit der Devise "Optimale Ausnutzung der verfügbaren
Rohstoffe mit modernen technischen Mitteln im Rahmen der Finanzierbarkeit".
Hierher gehören die jahrzehntelangen Bemühungen, aus Saarkohle einen guten
Hochofenkoks zu erzeugen, hierher gehört die Lösung der Probleme bei der
Verarbeitung der phosphorhaltigen Minette zu hochwertigem Stahl, hierher
gehören auch die vor allem von Hermann Röchling im Dienst einer autarken
Wirtschaftspolitik veranlassten Versuche, aus heimischen Rohstoffen Ersatz für
Importe aus dem Ausland zu schaffen. Seine dabei erzielten Resultate wurden
aber irrelevant, sobald metallreichere Eisenerze, Vanadin- und Manganerze im
Welthandel zu erschwinglichen Preisen erhältlich waren.
Der gelegentlich gezogene Vergleich mit Hochofen- und Stahlwerken anderer
Reviere ließ mitunter einen Modernisierungsrückstau der Saarhütten erkennen.
Er ist darauf zurückzuführen, dass die Auswirkungen europa- oder gar weltweiter
Stahl- und Wirtschaftskrisen durch speziell saarländische Strukturschwächen
und aus der Geschichte des Reviers resultierende Negativfaktoren verschärft
wurden. Solche Negativfaktoren waren:
- Schwierigkeiten bei der Rohstoffversorgung
- Standortnachteile infolge des lange Zeit fehlenden leistungsfähigen Wasserstraßenanschlusses
- wiederholt veränderte Eigentumsverhältnisse
- verminderte Investititonsbereitschaft
- Benachteiligung durch Maßnahmen der französischen Besatzungsmacht nach
dem Zweiten Weltkrieg
- keine Demontagen.
Diese Negativfaktoren, die nicht nur die Eisen- und Stahlindustrie, sondern
auch andere Zweige der Saarwirtschaft getroffen haben, können hier nicht ausführlich
begründet und beschrieben werden. Einige Andeutungen müssen
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