der ROGESA aussieht.//5
Bis 1985 wird als "Eisenträger", wie die Hüttenleute sagen, zwischen 85% und
100% Sinter eingesetzt, der in der Hütte selbst aus Stückerz und Erzstaub
aufbereitet wird. Sinter ist hüttentechnisch vorteilhafter zu handhaben als Stückerz.
Denn Zuschlagstoffe, wie z.B. Kalk, lassen sich bereits in den Sinter einbinden,
statt ihn getrennt dem Möller zuzugeben. Grundsätzlich verwenden die
Hüttenleute einen möglichst hohen Sinteranteil im Möller. Der daneben vorgenommene
Einsatz von Stückerz ist nicht hüttentechnisch erwünscht, sondern
kaufmännisch bedingt.
Der starke Abfall des Sinter-Anteils am Möller seit 1986 geht zurück auf die
Zunahme der Roheisenproduktion der ROGESA, nachdem die Hochöfen der
Völklinger Hütte außer Betrieb gegangen sind. Nun reichen die Sinterkapazitäten
in Dillingen nicht mehr aus, um sämtliches Erz aufzubereiten. Statt des
ausgefallenen Sinters werden seither Pellets eingesetzt. Das sind in einem
Agglomerations-Verfahren zu Kügelchen verfestigte Feinerzkonzentrate, die wie
Stückerz importiert werden und hüttentechnisch dem Sinter ähnlich sind.
Seit die regionale Rohstoffbasis auf der Erzseite nicht mehr genutzt wird, müssen
alle Eisenerze von weither importiert werden. Die folgende Grafik zeigt die
Herkunft der Erze seit 1982 in der Dillinger Hütte bzw. seit 1986 in der
100
90
80
70
60
^ 50
40
30
20
10
0
1982 1984 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000
| Indien m Kanada ^ Schweden | Afrika
Australien |||j Venezuela Brasilien
Abb. 8: Herkunft der Feinerze in den Hochöfen der Dill inger Hütte bzw. der
ROGESA 1968-2001
Herkunft der Feinerze
115 Schötschel (Anm. 104).
105