Full text : Forschungsaufgabe Industriekultur

Luisenthal  sein,  weil  das  Bergwerk  Ensdorf  zu  den  leistungsfähigsten  der
Deutschen  Steinkohle  AG  gehört  und  für  den  Weiterbetrieb  der  Kraftwerke  an
der  Saar  zunächst  unverzichtbar  erscheint.
Das  bedeutet,  dass  an  der  Saar  keine  Fettkohle  mehr  gefördert  und  damit  die
traditionelle  saarländische  Rohstoffbasis  für  die  Herstellung  von  Koks  entfallen
sein  wird.  Daher  werden  z.Zt.  schon  Tests  im  Labor-  und  Industriemaßstab
unternommen,  um  in  Zukunft  eine  Einsatzmischung  der  Kokerei  ohne  Warndtkohle
  zur  Verfügung  zu  haben.114
Die  mit  der  Einführung  des  Puddelverfahrens  und  dem  Einsatz  von  Steinkohlenkoks
  im  Hochofen  in  den  1830er  und  40er  Jahren  begonnene  enge  Beziehung
zwischen  Steinkohlenbergbau  und  Hüttenindustrie  an  der  Saar  wird  nach  170
Jahren  beendet  sein.
Was  hinsichtlich  der  Kohle  in  wenigen  Jahren  der  Fall  sein  wird  -  nämlich  keine
Weiternutzung  der  nach  wie  vor  vorhandenen  Ressourcen  in  der  heimischen
Lagerstätte  -  ist  hinsichtlich  der  Erzversorgung  mit  der  Einstellung  der  Minette-Verhüttung
  an  der  Saar  schon  1980  erfolgt.  Inzwischen  ist  die  Förderung  von
Minette  aus  Bergwerken  in  Lothringen  und  Luxemburg  längst  eingestellt  worden.

Die  folgende  Grafik  zeigt,  wie  -  neben  den  Energie-  und  Reduktionsmitteln  -  die
Zusammensetzung  des  Möllers  in  Hochöfen  der  Dillinger  Hütte  bzw.  seit  1986

Hochofen-Einsatzstoffe

1968  1970  1972  1974  1976  1978  1980  1982  1984  1986  1988  1990  1992  1994  1996  1998  2000
W-,  Pellets  jp  Stückerz  Sinter
Abb.  7:  Die  Einsatzstoffe  in  den  Hochöfen  der  Dillinger  Hütte  bzw.  der
ROGESA  1968-2001
114  Saarstahl  (Anm.  105).

104
            
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