Die heutige technische Kooperation umfasst zusätzlich die Dillinger Hüttenwerke.
Kemeinrichtung ist die Roheisengesellschaft Saar, ROGESA, eine je hälftige
Tochter von Saarstahl AG und Dillinger Hüttenwerke. Die ROGESA nimmt
1985 einen ersten Großraum-Hochofen in Dillingen in Betrieb und betreibt nach
Stilllegung der Völklinger Hochöfen 1986 die gesamte Roheisenproduktion
des Saarlandes an einem einzigen Ort. Sie beliefert die beiden noch in Betrieb
befindlichen LD-Stahlwerke in Dillingen und Völklingen. Das im Stahlwerk der
Saarstahl AG benötigte Roheisen wird in flüssigem Zustand in Torpedowagen
über das Schienennetz der Deutschen Bahn von Dillingen nach Völklingen
transportiert.
Die zweite große, gemeinsame technische Anlage ist die ZKS, von der schon die
Rede war. Die Gesellschaft gleichen Namens mit einem 49%igen Kapitalanteil
der Saarbergwerke und je einem 25,5%igen Anteil von Saarstahl und Dillingen
gegründet, betreibt seit 1984 die neue Kokerei, die räumlich neben den Hochöfen
der ROGESA, die sie beliefert, angeordnet ist. 1986 ist mit der Außerbetriebnahme
der Völklinger Hochöfen die Konzentration der saarländischen
Roheisenerzeugung abgeschlossen.
Die Rohstoffversorgung in der Eisenerzeugung in jüngster Zeit hat sich mehr
und mehr auf importierte Rohstoffe verlagert. Kaum mehr als die Hälfte des
Einsatzes der Zentralkokerei Saar stammt heute aus saarländischen Gruben,
nämlich 55%. Es ist Fettkohle aus dem Bergwerk Warndt-Luisenthal. Magerkohle
aus dem Ruhrgebiet zu 8% und zwei australische Kohlesorten zu 20% machen
zusammen fast ein Drittel des gesamten Kohleeinsatzes aus. Die restlichen
17% des Einsatzes entfallen auf Petrolkoks, der aus verschiedenen Raffinerien
bezogen wird, und Koksmehl.1(18
Die Zurücknahme des Anteils saarländischer Kohle von früher ca. 70% auf heute
55% ist insbesondere notwendig geworden, weil die Förderung der Grube
Luisenthal eingestellt worden ist, deren Fettkohle eine höhere Qualität aufweist
als die der Grube Warndt. Die Kapazität des Bergwerkes Warndt reicht allerdings
nicht aus, um den Bedarf der ROGESA zu decken."14 Ca. 200.000t/Jahr, entsprechend
20% des Kokseinsatzes, werden heute aus Polen und China eingeführt.
Damit reduziert sich der Anteil der Saarkohle am Gesamtkokseinsatz im
Hochofenwerk der ROGESA auf deutlich unter die Hälfte.108 110
Der Kokseinsatz in den saarländischen Hochöfen ist seit Mitte der 1960er Jahre
dadurch reduziert worden, dass ein Teil des Kokses durch Schweröl substituiert
wird, das in die Hochöfen eingeblasen wird. Seit 1985 wird aus Kostengründen
statt des Öls so genannte "Einblaskohle" eingebracht. Dazu wird getrocknete
und fein gemahlene Kohle in die Winddüse des Ofens geleitet und mit dem
108 ISOPLAN (Anm. 99), S. 69.
109 Frdl. Mitteilung von Herrn Dr. Hartig, Dillinger Hütte.
1,0 Saarstahl (Anm. 105).
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