Heute, 2002, sind nur noch zwei Bergwerke in Betrieb: das vorwiegend Fettkohle
fördernde Bergwerk Warndt-Luisenthal und das Flammkohlen-Bergwerk
Ensdorf.
Wie berichtet sind die Hüttenwerke an der Saar sämtlich mit eigenen Kokereien
ausgestattet worden. Da sie praktisch ausschließlich Koks für den Einsatz in den
eigenen Hochöfen herstellen, werden sie in dem Moment überflüssig, in dem die
Roheisenproduktion eingestellt wird. Als Erste wird 1977 die Kokerei der
Haiberger Hütte außer Betrieb genommen, es folgen 1977 Burbach, 1982
Neunkirchen und 1986 Völklingen.
Der Saarbergbau betreibt in den ersten Nachkriegsjahrzehnten noch die beiden
aus der Vorkriegszeit stammenden Grubenkokereien Heinitz und Reden. Nach
Inbetriebnahme der Zentralkokerei Fürstenhausen bei Völklingen im Jahre 1959
werden sie stillgelegt: Heinitz schließt im September 1963. Reden beendet die
Produktion im März 1965, nimmt dann allerdings 1968 den Betrieb noch
einmal für fast vier Jahre wieder auf.102 103 Für die Roheisenerzeugung in den Saarhütten
ist die Zentralkokerei wegen des Vorhandenseins der Hüttenkokereien
unbedeutend. Sie produziert daher verschiedene Kokssorten für einen überregionalen
Markt. 1999 wird sie stillgelegt.10’
1984 geht eine neue leistungsfähige Kokerei in Dillingen in Betrieb, die Zentralkokerei
Saar, ZKS. Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme ist außer in der
Dillinger Hütte lediglich noch das Hochofenwerk in der Völklinger Hütte in
Betrieb, von dem feststeht, dass es sich nicht modernisieren lässt, sondern in
absehbarer Zeit aufgegeben werden muss. Daher liegt die Entscheidung nahe,
die künftige Roheisenproduktion für die Stahlwerke in Dillingen und Völklingen
an einem einzigen Ort zu konzentrieren. Dieser kann wegen des verfügbaren
Platzes nur im großflächigen Betriebsgelände in Dillingen gefunden
werden. Daher ist die Lokalisierung der Kokerei ebenfalls in Dillingen ökonomisch
zwingend.
Eisen und Stahl
1965 bis 1980 ist die Periode der revolutionären Innovationen in der Stahlerzeugung
des Saarlandes. Bis 1964 arbeiten die Stahlwerke fast in derselben
Technik wie vor dem Ersten Weltkrieg. Der Stahl aus Mi nette-Roheisen wird
mittels des Thomas-Verfahrens erblasen. Bessere Stahlqualitäten werden in allen
Stahlwerken in Siemens-Martin-Öfen erzeugt. Lediglich die Völklinger Hütte
weist ein Elektro-Stahlwerk zur Herstellung hochqualitativer Stähle auf. 1965
beginnt die Periode der modernen Blasstahl-Verfahren. Fast gleichzeitig werden
mehrere neue Techniken eingeführt, die sich sämtlich vom traditionellen Tho-102
Helmut Frühauf, Eisenindustrie und Steinkohlenbergbau im Raum Neunkirchen/Saar.
Trier 1980, S. 245; Delf Slotta, Schiffweiler Bergbauwerke. Schiffweiler 2000, S. 33.
103 Dörrenbächer (Anm. 107).
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