(26) die Vie des peres (,Leben der Wüstenväter‘).85
Sowohl bei Chaversson als auch bei Goumay finden sich die Vita und Legende
der hl. Katharina von Siena:86
(29) ung livre de madame saincte Catherine de Sines;
(G 16) chapitres de la vie et legende saincte Catherine de Sienne.
Weitere Legenden und Mirakel:
(18) die Fabel von den phillozophes de Mellebee et des Achristes, der
,Nichtchristen‘ (?);87
(43) der livre de sainct Fanuel, die Legende des Vaters der hl, Anna und
damit des Großvaters der Gottesmutter, des hl. Königs Fanuel;88
86 Es handelt sich um die spätantiken, außerordentlich beliebten ,Vitas patrum*, eine
Sammlung von Lebensbeschreibungen der ersten ägyptischen Asketen und Mönchsväter,
die im Laufe der Überlieferung stark angereichert wurden. Ins Französische wurden die
,Vies des pères* seit dem Ende des 12. Jhs. mehrfach übersetzt. Vgl. Histoire Littéraire
de France, Bd. 33 (1906), S. 254-328; Williams, U., in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 8
(1997), Sp. 1765-68 [Lit.].
86 Zu Katharina von Siena, einer Dominikanertertiarierin (t 1380, heiliggesprochen 1461),
vgl. Pâsztor, E., in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 5 (1990), Sp. 1072-1074; Helbling,
Hanne: Katharina von Siena. Mystik und Politik, München 2000. Sie wurde im
Lothringen des 15. Jhs. stark verehrt. 1468 wurde in Metz eine ,Vie de Ste. Cathérine de
Sienne* aufgeführt (Anm. 26). Das um 1440 für den Metzer échevin Jean III. de Vy in
einem Metzer Atelier hergestellte Stundenbuch enthält die Abbildung einer
(unidentifizierten) vor der „stigmatisation de sainte Cathérine de Sienne“ knienden
vornehmen Frau. Margarethe von Rodemachem, die Tochter der Gräfin Elisabeth von
Nassau-Saarbrücken, besaß nach ihrem Ausleihverzeichnis von ca. 1466 eine Legende
der hl. Katharina von Siena. Vgl. Avril (wie Anm. 56), S. 70f.; Haubrichs (wie Anm.
28). Zu einer frz. ,Vie de ste. Cathérine de Siène* vgl. Bossuat (wie Anm. 76), Suppl. 2,
Nr. 7791.
87 So Favier. Klipffel (wie Anm. 69), S. 401, las Acheitz; man könnte wohl auch Atheitz
(„die Gottlosen“) lesen. Bei dem livre des phillozophes de Mellebee et des ... [?] handelt
es sich wohl um eine der beiden frz. Übersetzungen des Trost- und Ratbuchs des
Albertanus von Brescia (1226-1253), aus dem die Legende von Melibee geschöpft wurde.
Vgl. Sundby, Thor: Albertani Brixiensis liber consolationis et consilii ex quo hausta est
fabula de Melibeo et Prudentia, Den Haag 1873, S. XVIIIf.; Bühler, Cuit F.: „The
Morgan Manuscript (1139) of the Livre de Melibee et de Prudence“, in: Studies in
Language and Literature in honour of Schlauch, Margaret, Warszawa 1966, S. 49-54;
Bossuat (wie Anm. 76), Nr. 2676.
88 Der Heiligenname ist leider schwer zu lesen. Klipffel las Fannel, Favier ließ den Namen
offen. Es läßt sich auch Fanuel oder Fauvel lesen, wovon die erste Lesung sicherlich die
höchste Wahrscheinlichkeit besitzt. Vgl. Bossuat (wie Anm. 76), Nr. 3097; Chabaneau,
Camille: „Le Romanz de Saint Fanuel“, in: Revue des Langues Romanes 28 (1885), S.
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