bei der Vollendung des Metzer Stephansdomes mitwirkte,50 Das Metzer
Karmeliterkloster besaß einen deutschen Druck (Basel 1497 oder 1498?) von
Sebastian Brants ,Narrenschiff‘.51
Auch einen weiteren Hinweis verdanken wir Heckmann, der es zu Recht als ein
Indiz der Zweisprachigkeit wertet, wenn anläßlich der Kaiserwahl von 1519 am
30. April Briefe und Proklamationen - anscheinend ohne Übersetzung - in
Metz in Deutsch angeschlagen wurden. Dieser Hinweis steht nicht alleine.52
Das Metzer Patriziat war gewiß auch nach Westen orientiert: und so werden die
ritterlichen Schaukämpfe und Turniere, wie sie etwa 1515 bei der Hochzeit des
Joachim Chaverson von Angehörigen der patrizischen Familien der d’Esch,
Gronaix und Raigecourt veranstaltet wurden, - was der Metzer Adlige Philippe
50 Hoch, Philippe, in: Hoch (wie Anm. 32), S. 137; Claisse, Sophie: „Les chanoines
messins, possesseurs de manuscrits“, in: Metz enluminée. Autour de la Bible de Charles
le Chauve. Trésors manuscrits des églises messines, Metz 1989, S. 119-124. Auch
Jakob von Sierck zählte sicherlich zu den germanophonen bzw. mehrsprachigen Geistlichen
in Metz. „Unmittelbaren Nutzen aus ihrer Zwei- oder Mehrsprachigkeit zogen vor
allem die in Metz arbeitenden Übersetzer, wie zum Beispiel Jean Xepikerc“ mit einem
deutschen Namen [*Scheppenkerkl], „der für seine Dienste die gleichen Vergütungen
erhielt wie ein Ratsschreiber. Die Bedeutung der Metzer Übersetzer ging sogar über den
unmittelbaren lokalen Raum hinaus. Sonst hätte man beispielsweise in Verdun schwerlich
auf den Gedanken kommen können, etwa die zwischen dem 1. März 1497 und dem 1.
März 1498 eingegangenen deutschsprachigen Schreiben des Römischen Königs in Metz
übersetzen zu lassen.“ Heckmann 1989 (wie Anm. 12), S. 58. Vgl. Karpf, Emst: „Zu
administrativen und kulturellen Aspekten der Sprachgrenze im Herzogtum Lothringen“,
in: Rheinische Vierteljahrsblätter 51 (1987), S. 167-187, hier S. 185; Aimond, Charles:
Les relations de la France et du Verdunois de 1270 à 1552, Paris 1910, Neudruck 1975,
S. 519. Einen Notar deutscher Herkunft, Jean de Cologne [Hans von Köln], apostolischer
und kaiserlicher Notar, fassen wir auch 1410 in Metz als Verfasser des Inventars der
anspruchsvollen Bibliothek (64 Bände) des Metzer Suffraganbischofs und Inhabers der
Pfarrei von St. Vitus. Vgl. Tribout de Morembert (wie Anm. 15), S. 67. In Hombourg-Haut/Oberhomburg
geboren und in Metz erzogen war der zwischen 1438 und 1444 in
Erfurt studierende und später in Lübeck als Syndikus beamtete Jurist und Büchersammler
Simon Bachtz (t 1464), der wiederum einen sicherlich zweisprachigen, aus Metz
stammenden, aber in Lübeck praktizierenden Arzt erwähnt. Vgl. Neumann, Gerhard:
„Simon Batz. Lübecker Syndikus und Humanist“, in: Zeitschrift des Vereins für
Lübeckische Geschichte und Altertumskunde 58 (1978), S. 49-73. Vgl. ferner zur Zweisprachigkeit
Herrmann, Hans-Walter: „Volkssprache und Verwaltung in Oberlothringen
im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit“, in: Gärtner, Kurt / Holtus, Günter (Hrsg.):
Beiträge zum Sprachkontakt und zu den Urkundensprachen zwischen Maas und Rhein,
Trier 1995, S. 166-171.
51 Jacob (wie Anm. 35) Nr. 516. Der Druck war mit dem lateinischen Druck der ,Navis
stultifera1 aus Straßburg, Grüninger 1497, zusammengebunden.
52 Heckmann 1989 (wie Anm. 12), S. 58. Vgl. Anm. 14.
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