Full text: Zwischen Deutschland und Frankreich

rückseitige Numerierung und der Vermerk des jeweiligen Betreffs hinsichtlich der Schrift 
nicht von der auch sonst in diesen Jahren in der Saarbrücker Kanzlei gebräuchlichen, Ins¬ 
besondere die Numerierung ist aber als eine Vorarbeit für das Zusammenheften anzuse¬ 
hen. Daher kann man mit einiger Sicherheit davon ausgehen, daß die Bildung der Rotuli 
in der Regierungszeit Elisabeths oder ihrer Söhne erfolgt ist und eventuell mit neuerlichen 
Rückgabe- und Entschädigungsforderungen, die gegenüber dem Bischof von Metz für das 
Jahr 1452 durch Elisabeths Sohn Johann III. überliefert sind,21 zusammenhängt. 
1.3 Das Papier - Herkunft, Format, Art der Beschreibung 
Das Papier der Briefe, die in der Saarbrücker Kanzlei ausgestellt worden sind, aber auch 
das der eingegangenen Schreiben ist in seiner Beschaffenheit weitgehend einheitlich. Be¬ 
sonders zu unterscheidende Sorten treten nicht auf. Für Konzepte, Ausfertigungen und 
Abschriften ist stets gleichartiges Material verwendet worden. Ein besonderes, minder¬ 
wertiges und dünneres Konzeptpapier, wie es in anderen Kanzleien in Gebrauch war, 
wurde nicht benutzt. Geringfügige Abweichungen in der Materialstärke bewegen sich im 
Rahmen des bei handwerklicher Produktion Üblichen. Die Größe der verwendeten Bö¬ 
gen liegt bei 292 bis 300 mm in der Höhe und etwa 440 mm in der Breite, was dem grö¬ 
ßeren Kanzleiformat entspricht. Als Wasserzeichen kommt bei den Saarbrücker Schreiben 
nur ein bestimmter Typ der Waage vor. Der Herkunft nach handelt es sich demzufolge 
ausschließlich um französisches Papier aus Troyes22. 
Die Bögen wurden meistens quer beschrieben und danach unten abgeschnitten, was man 
daran sehen kann, daß bei einigen Exemplaren auf der Rückseite, die in den meisten Fäl¬ 
len im Verhältnis zur Vorderseite quer beschriftet wurde, die Schleifen von Schriftzeichen 
teilweise mit abgeschnitten worden sind23. Kürzere Briefe weisen daher stets ein Quer¬ 
format auf. Nur bei längeren Schriftstücken entstand auf dieselbe Weise ein Längsformat. 
War der abgeschnittene Teil noch von ausreichender Größe, wurde ein neuer Brief darauf 
begonnen, der am Schluß wiederum beschnitten werden konnte, so daß manche Schrift¬ 
stücke oben und unten Schnittkanten aufweisen. Bei einigen Konzepten hat man auf rela¬ 
tiv schmale Bogenreste zurückgegriffen und sie quer beschrieben. Recht wenige Exempla¬ 
re sind an drei oder gar vier Kanten beschnitten. 
21 Hoppstädter: „Die Grafschaft Saarbrücken“ (wie Anm. 14); Ruppersberg, Albert: Geschichte der ehemaligen 
Grafschaft Saarbrücken. 1. Teil: Von der ältesten Zeit bis %ur Einführung der Reformation, Nachdruck der zweiten, 
vermehrten Auflage von 1908, St. Ingbert 1979, S. 205. 
22 Piccard, Gerhard (Bearb.): Wasserzeichen Waage, Stuttgart 1978 (Veröffentlichungen der staatlichen Ar¬ 
chivverwaltung Baden-Württemberg, Sonderreihe, Findbuch V). Es handelt sich stets um den dritten in 
Abt. III (Nr. 101 bis 222) dargestellten Subtyp dieses Zeichens, der im Zeitraum der Varsberg- 
Korrespondenz für Schreiben aus der Saarbrücker Kanzlei auschließlich beobachtet werden konnte. Spä¬ 
ter treten auch andere Wasserzeichen - z. B. Stierkopf, Lilie, Vierfüßer - auf; zum Format siehe ebenda S. 
14; zur Herkunft ebd. S. 11. 
23 Z. B. bei Nr. 6 und 68. 
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