von Privilegierten gehörte wohl aus dieser Familie in Kienzheim auch ein Johannes
von Spynal ein priester (1336)33,
In der freien Reichsstadt Colmar ist seit 1348 eine wohl adelige Familie aus St-Dié
reich belegt, so etwa 1348 Hanman von Sant Deodat, 1358 Burkelin von Sante Thyedat,
ein burger von Kolmer, 1364 vro Angnes, Burkart seligen frawe von Sant Diedat.
Der hervorragendste Vertreter der Sippe - falls es sich um eine solche handelt - ist Peter
von Sante Deodat, ritter, schultheisse zu Colmer (13 94)34, Ethnische Vorurteile
gab es anscheinend nicht, jedenfalls nicht in der uns gewohnten modernen Form.
Die Herren von Parroy (Meurthe-et-Moselle) waren zwar nicht eingewandert, aber
als Verwandte der Rappoltsteiner 1350 in Sigolsheim begütert35 36. Wenn es Einkünfte
einzutreiben oder zu holen galt, wurden auch sie sicher zeitweise zu Grenzgängern.
Gelegentlich helfen auch ethnische Bezeichnungen weiter wie 1283 Godefrit der
Walch und 1402 Oswalt Walch in Rappolts weder. 1407 ist ganz einfach ein Walch
als Zinsbesitzer in Hunaweier genannt. 1464 in Ammerschweier präzisiert man immerhin
noch der Walch von Zell, gibt also wenigstens den Herkunftsort Labaroche
*
Die Herkunftsangaben sind aber Glücksfälle. Sehr viel öfter finden wir reine Personennamen,
bei denen wir nicht viel anderes als sprachliche Kriterien besitzen, um sie
einzuordnen. Wie sehr man sich dabei irren kann, zeigt die Publikation des Freiburger
Zinsverzeichnisses von 1379 im Jahre 1895 durch Jakob Zimmerli, welcher bei
jedem einzelnen Namen die ethnische Kategorie anzugeben bestrebt war37. In einer
großen Anzahl von Fällen sind seine so erfolgten Angaben bei Lichte besehen falsch.
Das einzige, was der Wissenschaftler günstigstenfalls bei solchen Listen sprachhistonsch
erreichen kann, ist die Feststellung, ob ein Name aus der einen oder der anderen
Sprache zu erklären ist. Über die Muttersprache des Benannten läßt sich naturgemäß
keine Aussage machen, zumal man mit vielen Übersetzungen transparenter Personennamen
rechnen muß.
Versuchen wir, einige ganz offensichtlich romanische Familiennamen sprachlichetymologisch
zu deuten.
Schar(r)ion etwa erscheint nicht nur in Rappoltsweiler (z.B. 1398), sondern schon
seit 1298 (Scharriun) im rappoltsteinischen Dorf Gemar. Socin hat diesen letzteren
Beleg mit Recht unter ‘Fremde Geschlechtsnamen’ eingereiht. In der Stadt Rappoltsweiler
erfahren wir 1375 von Claus Zscharrions des metzigers hof, mit deutlicher
33 RUB, 1 (wie Anm.3), S. 178, usw. Für den Priester Johann: RUB, 1 (wie Anm.3), S. 348.
34 RUB, 1 (wie Anm.3), S. 458,556; RUB, 2 (wie Anm.3), S. 324. Sittler, Listes (wie Anm.5),
S. 24.
35 RUB, 1 (wie Anm.3), S. 477.
36 RUB, 1 (wie Anm.3), S. 121; RUB, 2 (wie Anm.3), S. 518, 565 (eyme Walhen, Dativ);
RUB, 4 (wie Anm.3), S. 340.
37 Jakob Zimmerli, Die deutsch-französische Sprachgrenze in der Schweiz. 2. Die Sprachgrenze
im Mittelland, in den Freiburger-, Waadtländer- und Berner-Alpen, Basel-Genf
1895, S. 88-102.
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