den großenteils von Jacobsson9 aufgearbeitet, aber beinahe ebenso wichtig ist das
demselben Gegenstand gewidmete schmale Heft von Olof Brattö10 11. Trotzdem bleiben,
wie wir gleich sehen werden, noch genug Rätsel übrig.
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Im einzelnen sah die hoch- und spätmittelalterliche Lage an der Sprachgrenze des
Oberelsasses folgendermaßen aus. Im Sundgau beließ sie einen nicht unwichtigen
Teil der Burgundischen Pforte mit Beifort beim Romanischen und verlief dann anschließend
auf dem Vogesenkamm bis hin zum Münstertal.
Dort, im Fecht- oder Münstertal, waren die frühmittelalterlichen Romanenreste um
Walbach und um Confluentes (romanisch 768 Conßents), dem antiken Münster,
recht früh verschwunden. Doch geht der nichtgermanische Ortsname Metzeral (maceriolum
“Mäuerchen”) wohl auf eine merowingische Siedlung ebendieser Romanen
zurück11. Es gab aber auch eine sekundäre frankophone Einwanderung in Mittelalter
und Neuzeit, hauptsächlich wohl aus dem Urbeistal, welche zwar schnell assimiliert
wurde, doch eine ganze Reihe von Familiennamen im Münstertal hinterließ.
Im Urbeistal/Val d’Orbey selber war der Ansatzpunkt lothringischer Einwanderung
der hochgelegene Hof von Zell/Labaroche der Abtei von St-Die, welcher dieser bereits
1114 von Kaiser Heinrich V. in einer nur als Transsumpt erhaltenen Urkunde
bestätigt wurde12 13. Darin erscheint ein Örtlichkeitsname Festum, die lateinisch-romanische
Form der deutschen Gebirgsbezeichnung First, heute der Weiler Faite in
Zell/Labaroche. Der terminus ante quem 1114 für den Beginn der Einwanderung
wird sehr schön vom ersten Beleg eines romanischen Hofnamens im Hauptort Urbeis/Orbey
bestätigt, nämlich 1175 Rumimunt für das im Besitz der Abtei Päris befindliche
Remeymontn.
9 Harry Jacobsson, Etudes d’anthroponymie lorraine. Les bans de tréfonds de Metz
(1267-1298), Göteborg 1955.
10 Olof Brattö, Notes d’anthroponymie messine, Göteborg 1956.
11 Wulf Müller, Limite des langues et toponymie en Alsace moyenne, in: Les pays de l’entredeux
au moyen âge. Actes du 113e congrès national des sociétés savantes (Strasbourg
1988), Paris 1990, S. 313-320, hier S. 313-315. Vgl. Wolfgang Haubrichs, Die Sprachgestalt
der germanischen Ortsnamenüberlieferung des siebten und achten Jahrhunderts im
Saar-Mosel-Raum. Zum Ortsnamenformular der frühen Urkunden der Klöster Weißenburg,
Echternach und Prüm, in: Philologie der ältesten Ortsnamenüberlieferung. Kieler
Symposion 1. bis 3. Oktober 1991, Heidelberg 1992, S. 182-263, hier S. 234 und Peter
Rück, Die Urkunde des Basler Bischofs Rudolf für das Chorherrenstift Saint-Dié vom 27.
Februar 1122, in: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 74 (1974), S.
81-98, hier S. 94.
12 Müller, Limite (wie Anm. 11 ), S. 318. Christian Wilsdorf, Depuis combien de temps parlet-on
un patois roman dans le Val de Lièpvre et dans celui d’Orbey? in: Cahiers de la Société
d’histoire du Val de Lièpvre 10(1985), S. 23-30, hier S. 28.
13 Wulf Müller, Die Siedlungs- und Flurnamen von Urbeis (Orbey) im Oberelsaß, Bem-Frankfurt/M.
1973, S. 206.
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