Full text : "Grenzgänger"

Tabelle  2:  Schweizer  Bodenbesitz  (einschl.  Wald)  auf  dem  Gemeindegebiet  der  Stadt  Tengen
1980-1996  (in  ha).

Gemarkung
_

1980

1984

1988

1992

1996

(davon  Pacht  in
%)

Beuren  a.  R.

10,4

14,2

30,0

42,0

52,6

(95,2)

Blumenfeld

11,9

21,9

45,3

60,3

89,2

(91,6)

Büßlingen

25,9

36,5

51,8

64,3

82,7

(55,0)

Talheim

4,2

11,7

25,0

33,7

32,4

(84,6)

Tengen

39,7

63,6

88,6

97,3

96,9

(64,0)

Uttenhofen

4,7

4,7

4,7

4,7

4,7

(0,0)

Watterdingen

0,3

0,3

2,2

34,0

45,7

(57,8)

Weil

0,07

0,07

0,07

3,1

1  1,2

(75,0)

Wiechs  a.  R.

194,5

219,7

223,1

246,3

253,0

(62,8)

Tengen  gesamt

291,6

372,8

471,8

585,7

668,4

(68,9)

Quelle:  Unterlagen  der  Gemeindeverwaltung  und  eigene  Berechnungen

Wiechs  weist  mit  253  ha  nicht  nur  den  größten  Umfang  und  mehr  als  ein  Drittel  allen
schweizerischen  Besitzes  auf  Tengener  Gemeindegebiet  auf,  es  verzeichnet  auch  anteilmäßig
  die  höchsten  Werte  in  bezug  auf  die  Gemarkungsfläche  (30  %),  an  der
landwirtschaftlich  genutzten  Fläche  (57,5  %)  und  am  Waldareal.  Diese  für  den  gesamten
  Grenzsaum  extreme  Situation  resultiert  eindeutig  aus  der  Lage  der  Gemarkung,
  die  weit  in  Schweizer  Hoheitsgebiet  hineinragt,  sowie  aus  den  engen  Kontakten
  zur  Bevölkerung  in  den  benachbarten  Schaffhauser  Dörfern  (s.  Abb.  2).
Einfluß  auf  das  Bodenpreisniveau  in  Tengen  wie  überhaupt  auf  die  Grundstücksmobilität
  üben  neben  inner-  auch  außerlandwirtschaftliche  Faktoren  aus.  So  ist  die  Vorratswirtschaft
  des  Zementwerkes  Thayngen/SH  von  Bedeutung,  welches  Grundstükke
  im  Umfeld  seiner  Kalkbrüche  und  einer  Tongrube  erwirbt,  diese  -  soweit  nicht  sofort
  benötigt  -  wieder  verpachtet  oder  bei  der  Beschaffung  von  Ersatzland  auf  deutscher
  Seite  mitwirkt.  Dabei  werden  Zwangsversteigerungen  genauso  genutzt  wie
Verkaufswellen,  von  denen  gerade  Tengen  Ende  der  80er  Jahre  erfaßt  wurde.  Zwischen
  Oktober  1988  und  Mai  1989  wechselte  durchschnittlich  jede  Woche  1  ha  Land
aus  deutschen  in  schweizerische  Hände.  Lokaler  Angebotsschwerpunkt  ist  derzeit
der  Teilort  Watterdingen  mit  seinen  über  50  Nebenerwerbsbetrieben.  Die  finanzielle
Versuchung  scheint  für  die  dortigen  Kleingrundbesitzer  übermächtig  zu  sein,  zumal
wenn  Schulden  abgebaut  werden  müssen  oder  an  die  Altersversorgung  gedacht  wird.
Blumberg
Vom  schweizerischen  Ausmärkertum  ebenfalls,  aber  nicht  ganz  so  stark  betroffen  ist
das  westlich  an  Tengen  anschließende  Gebiet  der  Kleinstadt  Blumberg,  genauer  deren
  grenznahe  Gemarkungen  mit  den  Dörfern  Fützen,  Epfenhofen  und  Nordhalden.

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