hinein eine kräftige Zunahme beim Pachtland zu beobachten, so verstärkte sich der
Druck in den letzten zehn Jahren durch forcierte Landkäufe. Diese Entwicklung zeigt
Abb. 1 am Beispiel des Kantons Schaffhausen, von dessen landwirtschaftlich genutzter
Fläche inzwischen fast 14 Prozent außerhalb des eigenen Territoriums liegen.
Konflikte
Gegen diesen Expansionsdrang blieben Gegenmaßnahmen auf deutscher Seite nicht
aus. Da aufstockungswillige badische Landwirte den Preisgeboten ihrer Schweizer
Kollegen nicht mehr folgen konnten, griffen sie erbost zur Selbsthilfe, im „Stühlinger
Bauernkrieg“ wurde ein Schweizer, der Dünger auf seinen Feldern in Deutschland
ausbringen wollte, festgesetzt. Strohballen gingen in Flammen auf usw. Eine
Beruhigung an der Pachtfront ergab sich erst, als die zuständigen deutschen Landwirtschaftsämter
durchsetzten, daß alle Verträge zur Genehmigung vorzulegen waren,
so daß zumindest offiziell die ortsüblichen Pachtpreise emgehalten wurden.
Weitergehende Forderungen sind durch ein OLG-Urteil unterbunden worden. Bei
den Landkäufen haben deutsche Bauern zwar ein Vorkaufsrecht, doch kann dieses im
Zuge von Zwangsversteigerungen umgangen werden. Ohnehin bieten Schweizer
Landwirte bis zum Doppelten der ortsüblichen Preise und können sich außerdem auf
die Uneinigkeit der Deutschen verlassen.
Unter der deutschen landbesitzenden Bevölkerung sind nämlich unschwer zwei Interessengruppen
auszumachen: einerseits die aufstockungswilligen Vollerwerbslandwirte,
welche mit den Schweizern in Konkurrenz stehen, andererseits die sonstiha
Pachtland |JJJ]Eigenland einschl. Wald
Abbildung 1: Eigen- und Pachtland von Schaffhauser Bauern auf deutschen Gemarkungen 1970-1997.
(Quelle: Ergänzt nach Schaffhauser Landwirtschaftsbericht 1995, S. 8)
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