schiedlichen Regionen befragt werden.10 Die Versendung von je einem Fragebogen
erfolgte an Bürgermeister und Ortsvorsteher in 200 Gemeinden und Gemeindebezirken
im lothringischen Moseldepartement, im Großherzogtum Luxemburg, in Belgisch-Luxemburg,
im Saarland und in Rheinland-Pfalz (Regierungsbezirk Trier und
Westpfalz). Nach Lothringen und Belgisch-Luxemburg wurden Fragebögen in französischer
Sprache, in die übrigen Regionen in deutscher Sprache verschickt.
Aus Luxemburg und dem frankophonen Lothringen kam mehrmals die Mitteilung,
daß in der Gemeinde kein Grenzgänger bekannt sei. In Luxemburg hat das wirtschaftliche
Gründe, da das Land Grenzgänger aufnimmt und nicht entsendet. Für das
frankophone Lothringen ist jedoch zu vermuten, daß die Zweisprachigkeit Voraussetzung
für die Arbeitssuche in Deutschland und in Luxemburg ist, somit französisch
einsprachige Lothringer weit weniger Chancen auf den grenzüberschreitenden Arbeitsmärkten
als ihre germanophonen Mitbürger besitzen. Die geringste Rückmeldung
kam aus saarländischen Orten. In Lothringen und Luxemburg lag die Rücklaufquote
- Negativmeldungen eingerechnet - etwa bei 30 Prozent, was als recht hoch anzusehen
ist.
Die Gruppe der Befragten wurde durch den Filter der angesprochenen Bürgermeister
konstituiert. Es darf vermutet werden, daß tendenziell diejenigen Bürgermeister, die
der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und der Mehrsprachigkeit aufgeschlossen
gegenüberstehen, die Fragebögen weitergeleitet haben. Sie werden vor allem
Grenzgängerinnen und Grenzgänger mit ähnlichen Ansichten zur Mitarbeit gewonnen
haben. Nicht auszuschließen ist in einigen Fällen auch der umgekehrte Fall, daß
also ein bewußter Kontrapunkt zu den in den Medien progagierten Vorteilen der
Mehrsprachigkeit gesetzt werden sollte.
Durch das geschilderte Auswahlverfahren kann kein Anspruch auf Repräsentativität
für die befragte Gruppe erhoben werden. Deshalb wird bewußt auf eine statistische
Auswertung der Ergebnisse verzichtet. Es werden jeweils nur Angaben zur Verteilung
gemacht, die auf die unterschiedlichen Tendenzen aufmerksam machen sollen.
Die Befunde haben sich freilich in einem zweiten Durchgang der Befragung, durch
den die ursprüngliche Anzahl ausgefüllter Fragebögen fast verdoppelt werden konnte,
weitgehend erhärtet, denn gravierende Unterschiede zur ersten Runde traten in
den Ergebnissen nicht auf.
Zunächst sollten die befragten Personen Angaben zum Alter, zum Wohnort, zur
Schul- und Berufsbildung, zum Arbeitsort sowie zum aktuellen Beschäftigungsverhältnis
machen. Das Durchschnittsalter der Befragten beträgt 39 Jahre, wobei die
Jahrgänge 1954 bis 1960 am stärksten vertreten sind. Die Mehrheit der Befragten
stimmte der Veröffentlichung ihrer Namen zwar zu, aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes
wurden sie dennoch alle anonymisiert.
Im ersten Frageblock zum Sprachverhalten wurde nach der Sprachenwahl in der Familie,
am Wohnort, am Arbeitsplatz und beim grenzüberschreitenden Einkauf ge¬10
Wiederholt vorgebrachte Bedenken gegen diese Methode wie die mangelnde Rückkopplung
an die befragten Personen und die unumgängliche Standardisierung der Fragen wurden
bei der vorsichtigen Bewertung der Ergebnissse berücksichtigt. Als Hintergrundwissen
haben auch zahlreiche Gespräche und langjährige Erfahrungen des Autors in Saar-Lor-Lux
in die Bewertung der Fragebogenaktion Eingang gefunden.
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