Full text : "Grenzgänger"

Abschnitt  des  Mosellaufs  zu  werten  ist.  Dieser  Raum  umfaßt  etwa  920  km2  und  zählt
ca.  95.000  Einwohner.  Die  Bevölkerungsdichte  liegt  mit  knapp  über  100  E/km2  deutlich
  im  Bereich  des  ländlichen  Raumes.  Einzige  Mittelzentren  sind  Saarburg  und
Konz  (beide  D),  als  Unter-  bzw.  Kleinzentren  gelten  Remich,  Grevenmacher  (beide
L),  Perl  und  Mettlach  (beide  D).  Auf  französischer  Seite  haben  lediglich  die  Orte
Sierck-les-Bains  und  Hettange-Grande  einen  gewissen  Zentralitätsüberschuß25.
In  diesem  Raum  vereint  die  Ronde  des  Trois  Frontières  in  regelmäßigen  Abständen
kommunale  Vertreter/innen  aus  den  Landkreisen  Merzig-Wadem  und  Trier-Saarburg,
  fünf  luxemburgischen  Gemeinden  und  dem  im  lothringischen  Kanton  Sierckles-Bains
  für  Tourismusfragen  zuständigen  Gemeindeverband  SMVT26.  Die  Ronde
arbeitet  derzeit  unter  anderem  an  der  Entwicklung  und  Umsetzung  eines  grenzüberschreitenden
  Radwegekonzeptes  für  die  Obermosel.  Daneben  existiert  im  Dreiländereck
  ein  Bürgermeistertreffen,  das  seit  1987  einmal  jährlich  Bürgermeister  und
Gemeinedebedienstete  von  insgesamt  37  Gemeinden  zu  einem  Arbeitstreffen  zusammenbringt.
  Neben  dem  Fremdenverkehr  spielen  hier  Fragen  des  Umwelt-  und  Naturschutzes,
  kulturelle  Veranstaltungen  und  der  Bildungssektor  eine  bedeutende  Rolle.
Beide  Gremien  verfügen  nicht  über  eine  permanente  Organisationsstruktur  wie  das
erste  Fallbeispiel.  Durch  die  langjährigen  Erfahrungen  sowie  die  Regelmäßigkeit  der
Kontakte  hat  sich  jedoch  insbesondere  im  Rahmen  des  Bürgermeistertreffens  eine
gewisse  Vertrauensbasis  und  damit  eine  Verbindlichkeit  der  Absprachen  eingestellt,
die  bisher  keiner  weiteren  Institutionalisierung  bedurften.
Fallbeispiel  C:  Der  Saar-Rosselle-Raum
Die  Wortschöpfung  Saar-Rosselle-Raum  geht  auf  eine  gemeinsame  Initiative  des
Stadtverbandes  Saarbrücken  und  des  Départements  Moselle  zurück,  die  1994  ein
grenzüberschreitendes  Kartenwerk  für  das  südliche  Saarland  und  den  Raum  Moselle-Est
  vorlegten27.  Der  hier  dargestellte  Raum  umfaßt  etwa  1650  km2  und  zählt  nahezu
  eine  Million  Einwohner.  Ihm  gehören  weite  Teile  des  saarländischen  Verdichtungsraumes
  sowie  das  angrenzende  lothringische  „Kohlebecken“  (Moselle-Est)  an.
Innerhalb  dieses  Gebietes  existiert  seit  1993  eine  von  der  Stadt  Sarreguemines  und
dem  Stadtverband  Saarbrücken  koordinierte  Interkommunale  Arbeitsgemeinschaft,
die  derzeit  auf  freiwilliger  Basis  von  etwa  20  Gemeinden  und  Gemeindeverbänden
getragen  wird.  Die  Interkommunale  Arbeitsgemeinschaft  versteht  sich  als  Koordmationsnetzwerk
  der  Grenzgemeinden  und  unterhält  ein  hauptamtlich  besetztes  Kooperationsbüro
  beim  Stadtverband  Saarbrücken,  das  von  1996  bis  2000  mit  insgesamt
217.500  ECU  aus  INTERREG  II  bezuschußt  wird.  Die  Arbeitsgemeinschaft  beschäftigt
  sich  vornehmlich  mit  Fragen  der  grenzüberschreitenden  Koordination  des

25  Regionalkommission  Saar-Lor-Lux-Trier/Westpfalz,  Arbeitsgruppe  Raumordnung  (Hg.),
Raumordnungsstudie  Thionville-Trier  (Moseltalstudie).  Nach  der  Beteiligung  der  Arbeitsgruppen
  der  Regionalkommission  überarbeitete  Fassung,  Trier  1995.
26  =  Syndicat  Mixte  à  Vocation  Touristique  du  Pays  des  Trois  Frontières.
27  Conseil  Général  de  la  Moselle,  Stadtverband  Saarbrücken  und  D.D.E.  Moselle  (Hg.),  Regard
  sur  l'espace  Saar-Rosselle  -  Blick  auf  den  Saar-Rosselle-Raum,  Metz-Saarbrücken
1994.

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