ropäischen Quellen unabdingbar. Die Generalversammlung wird jedoch mehrheitlich
von Kommunalvertretem besetzt.
Als zentrale Einrichtung unterhält die Association ein Observatoire de l 'Urbanisme22
in Mont-Saint-Martin (F), das seit 1994 unter anderem ein orientierendes Document
d'Urbanisme Commun erarbeitete. Dieses Planwerk, das Bestand und Entwicklungspotentiale
des Territoriums darstellt, kommt inhaltlich dem deutschen Flächennutzungsplan
nahe, ohne jedoch Rechts- oder Behördenverbindlichkeit zu besitzen. Die
Planung erfolgte auf Basis eines Geographischen Informationssystems (GIS), das
von dem Observatoire konzipiert wurde und entsprechende Grundlagendaten zu Flächennutzung,
sozio-ökonomischer Struktur, Umweltproblemen usw. des Projektgebietes
zusammentrug und die Datenformate harmonisierte. In ähnlicher Weise fanden
alle existierenden Pläne und raumbezogenen Gutachten Eingang in das GIS. Mittelfristig
sollen alle beteiligten Gemeinden über einen direkten Zugang zu der zentralen
Datenbank verfügen, um räumliche Daten abmfen, aber auch Aktualisierungen
des Datenbestandes vornehmen zu können.
Das Document d'Urbanisme Commun hat als erste Zielaussage die Verdichtung des
Raumes zu einer tatsächlichen Agglomeration formuliert. Während die jetzige Bevölkerungsdichte
von 372 E/km2 es gerade erst erlaubt, von einem ansatzweise verstädterten
Grenzraum zu sprechen, wird langfristig eine Bevölkerungszahl von
240.000, d.h. eine Bevölkerungsdichte von ca. 800 E/km2 angestrebt. Die notwendigen
städtebaulichen Planungen innerhalb und außerhalb des bestehenden Siedlungsbereiches
sollen gemeinsam entwickelt werden und schließlich in eine Charte d'Agglomération
Transfrontalière münden, die nach ihrer Verabschiedung in die jeweiligen
nationalen Planwerke zu integrieren ist23. Die Planungsphase wird seitens der EU
mit 11,2 Mio. ECU aus der Gemeinschaftsinitiative INTERREG II kofinanziert, die
restlichen 50% übernehmen die drei beteiligten Staaten (B 1,8 Mio. ECU; F 8,7 Mio.;
L 0,7 Mio.).
Fallbeispiel B: Das „Europäische Tal der Obermosel“
„Europäisches Tal der Mosel“ lautet der Name eines Tourismuskonzeptes, das
1993/94 im Auftrag der Regionalkommission vom Europäischen Tourismus Institut
(ETI) an der Universität Trier erarbeitet wurde. Es baut auf eine gemeinsame Marketingstrategie
der Teilregionen und strebt die Steigerung der touristischen Attraktivität
des Raumes an24. Das Motto „WeinKulturLandschaft“ wurde zum übergeordneten
Tourismusleitbild erhoben. Dieses trifft in besonderer Weise für den Bereich zwischen
Thionville und Trier zu, der im Dreiländereck als eigentlicher „europäischer“
22 Leider verfügt die deutsche Sprache nicht über ein entsprechendes Pendant. Die wörtliche
Übersetzung „Beobachtungsstelle für Städtebau“ wirkt zu passiv und wird der aktiven, strategischen
Ausrichtung des Observatoire als Planungsinstitution nicht gerecht. Im weiteren
wird daher ausschließlich der französische Begriff verwendet.
23 Observatoire de l'Urbanisme de L'Agglomération du PED (Hg.), Projet d'Agglomération
du Pôle Européen de Développement, Rapport d Activité 3, Longwy 1995.
24 Europäisches Tourismus Institut (Hg.), Tourismuskonzept „Europäisches Tal der Mosel“.
Handlungsempfehlungen, Trier 1994.
172