Hugh de Waterton bezog sich sicherlich auf ein Schreiben, das John Skidmore
mit der Bitte um Weiterleitung an ihn an John Fairford gerichtet hatte. Darin
schilderte Skidmore die in Südwales um sich greifende Rebellion. Grafschaftsweise
liefen die Waliser zu Owain Glyndwr über. Skidmore berichtet über
Waffenstillstandsverhandlungen mit den Rebellenführem und über deren Weigerung,
seine Frau und Schwiegermutter abreisen zu lassen. Angesichts der
Siegeszuversicht der Rebellen ist seine Unzufriedenheit mit der königlichen
Politik, die den Rebellen gegenüber zu wohlwollend gewesen sei, deutlich zu
spüren. Jetzt forderte er, der König solle endlich hart durchgreifen: Er solle
persönlich nach Wales kommen und Rache an den ,verwöhnten4 Verrätern
nehmen.90
An vorderster Front blieben die Kontrahenten also im Gespräch. Wie in einem
weiteren Schreiben aus Hereford beschrieben, wurde so ein Gefangenenaustausch
möglich gemacht.91 Trotz eines Waffenstillstandes zwischen Glyndwr
und Herefordshire wurde diese Grafschaft von beutehungrigen Rebellen schwer
heimgesucht. Die Lage hier und in Wales gab dem Dekan von Windsor und Archidiakon
von Hereford Anlaß zu befürchten, daß sich bald kein englischer
Edelmann mehr bereit finden werde, in den bedrohten Gebieten zu bleiben. Die
Rettung erblickte auch Richard Kyngeston in seinem Schreiben vom
03.09.1403 in einem persönlichen Eingreifen des Königs.92 Anders als Fairford
erkannte Kyngeston die Waliser nicht als unverbesserlich feindselig, sondern
nur durch das Fehlen einer wirksamen Abwehr zum Verrat ermutigt.93 Mithin
räumte er die Möglichkeit ein, sie durch entschiedenes Auftreten des Königs
selbst wieder zum Gehorsam zwingen zu können. Der Burgvogt von Kidwelly
beschrieb angesichts anstürmender walisischer, französischer und bretonischer
Truppen die Massenflucht der Engländer aus der Gegend, ohne indes die Waliser
als besonders perfide hervorzuheben.94
90 „Wherfore wryteth to Sir Hugh Waterton, and to al thilke that ye suppose wol take this
mater to hert, that thei exite the Kyng hederwardes in al hast to vengen hym on summe of
his false traytors the wheche he hath overmeche cheryschid ...“ Ellis, Nr. 7, S. 19 f.; Zitat
S. 20.
91 William de Beauchamp am 1403 VIII23 an den König; vgl, Hingeston 1, Nr. 61, S. 152-54.
92 „Qar, mon très redoute Seigneur, vous trouverez pour certain que si vous ne venez en
vostre propre persone pour attendre (apres) voz rebelx en Galys, vous ne trouverez un
gentil que veot attendre deinz vostre dit Countee,“ Ebd. Nr. 62, S. 155-59; Zitat S. 157.
Datiert auf 1403 IX 03.
93 »... this day the Walshmen supposen and trusten that ye schulle nought come there, and
there fore ... make them fais men.“ Hingeston 1, Nr. 62, S. 158, - Vgl. den Brief
desselben vom 1403 VII08 bei Ellis, Nr. 6, S. 17-19.
touz les rebellez de South Gales, ovec les gentz de Fraunce et Brutayne fueront venuz
verz le Chastiell et la ville de Kedwelly ... plusours de voz povrez comynerez illeoqes sont
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