ihres walisischen Ursprungs die Rebellen nicht offen unterstützten und 1412/13
dafür mit einem königlichen Abgabenerlaß belohnt wurden.51
Auch Brecon zeigt walisische und englische Bewohner gemeinsam in der Verteidigung
gegen Glyndwr.52 Paradox erscheint, daß die Bevölkerungsgruppen
zwar während des Aufstandes Schulter an Schulter kämpften, daß die Engländer
nach der Niederschlagung Glyndwrs aber zunächst 1408 und emeut 1411
ein System strenger Segregation durchsetzten.53
Caernarvon gilt als bedeutendster Eckpfeiler der englischen Herrschaft in
Wales. Die Stadt zeigte sich den walisischen Umwohnern angeblich feindseliger
als jede andere englische Siedlung.54 Um so erstaunlicher ist die Offenheit Walisern
gegenüber, die sich innerhalb der Stadt offenbarte. Es existierte keine
scharfe ethnische Trennung,55 und Ausgang des 14. Jahrhunderts nahmen einige
englische Bewohner der Stadt walisische Namen an.56 Mehrere walisische
Einwohner taten sich in der Abwehr von Owains Angriffen besonders hervor,
andere erlitten Verluste. Die englischen Rachegesetze von 1401/0357 wurden in
Caernarvon unterlaufen. Auch die Karriere eines gewissen Gwilym ap Gruffudd
spricht gegen die Gegnerschaft der Volksgruppen in Caernarvon. Gwilym unterstützte
bis 1405 Glyndwr, zog sich dann von ihm zurück und heiratete Joan,
die Tochter von Sir William Stanley von Hooton. Von 1409 an war Gwilym ap
Gruffudd eine bedeutende Persönlichkeit in Caemarvons Stadtgeschäften. Sein
Sohn William Gruffudd wurde 1444 zum Alderman, ausgerechnet in dem Jahr,
in dem Caernarvon eine Neuauflage der anti-walisischen Segregationsgesetze
durchsetzte.
In Carmarthen deuten lediglich das Nebeneinander von walisischen und englischen
Vornamen bei Geschwistern auf engere Beziehungen der Bevölkerungsgruppen.58
Bemerkenswert ist allerdings, daß der walisische Weinhändler
Hywel ap Philip 1397-8 als stellvertretender Vogt der Burg und 1387-8 sowie
1395—6 als Gemeindevogt eingesetzt war. Gleichzeitig waren einige Waliser in
der Stadtverwaltung vertreten und wurde die Geistlichkeit der Stadt zuehmend
für Waliser geöffnet.59 Im 15. Jahrhundert erwarb sich Carmarthen einen bedeutenden
Ruf in walisischen literarischen Kreisen, Unter dem Patronat von
51 Vgl. ebd., S. 43.
5^ Vgl. Davies: Brecon, S. 65 f,
53 Vgl. ebd., S. 66 f.
54 Siehe William-Jones, S. 97. - Vgl, dagegen Denbigh, unten nach Anm.74.
55 Vgl. William-Jones, S. 94.
5^ Vgl. ebd., S. 95, auch für das unmittelbar Folgende.
57 Vgl. hierzu unten ab Anm. 101.
58 Siehe Griffiths: Carmarthen, S. 151.
59 Vgl. ebd., S. 157 bzw. 161.
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