Full text : Sprachenpolitik in Grenzregionen

Zieht  man  neben  den  Literaturgeschichten  aktuelle  Essays  zur  Methodologie  der
Literaturgeschichtsschreibung  heran,  berücksichtigt  dabei  auch  Äußerungen  zur
Luxemburger  Literatur,  dann  erweist  sich  der  Erkenntniszugewinn  als  eher
schmal.  Die  Ausführungen  von  Comel  Meder  (1992)  zur  luxemburgischen  Literaturgeschichtsproblematik
  verbleiben  im  Bereich  feuilletonistischer  Anmerkungen.
  Annelore  Engel-Braunschmidt  (1994)  berücksichtigt  hinsichtlich  der
rußlanddeutschen  Literatur  vorrangig  Probleme  der  Definition  (rußlanddeutsch/
wolgadeutsch),  Zuordnung  und  des  literargeschichtlichen  Anfangs  im  Zusammenhang
  mit  russischer  und  deutscher  Literatur.  Und  Johann  Holzner  (1995)
gelangt  für  die  Südtiroler  Literatur  über  bekannte  Positionen  einer  regioninternen,
  sprachbezogenen  und  interkulturellen  Dreifachgliederung  und  deren  grenzüberschreitender
  Verflechtung  nicht  hinaus.39  Ertragreich  sind  dagegen  die
folgenden  Ausführungen,  aus  denen  einige  Akzente  vorgestellt  werden.39 40
Peter  Motzan  (1980,  1995)  spricht  die  vieldimensionierten  Zusammenhänge
von  Geschichte,  Literaturgeschichte,  Literaturkritik  und  ihrer  Geschichte,  von

39  Meder,  Comel:  „Probleme  der  Geschichtsschreibung  luxemburgischer  Literatur“,  in:
Grund,  Uwe  und  Scholdt,  Günter  (Hrsg.):  Literatur  an  der  Grenze.  Der  Raum  Saarland-Lothringen-Luxemburg-Elsaß
  als  Problem  der  Literaturgeschichtsschreibung.  Festgabe
für  Gerhard  Schmidt-Henkel,  Saarbrücken  1992,  S.  81-89;  Müller,  Hans:  „Aufgaben
einer  Literaturgeschichtsschreibung  der  rumäniendeutschen  Literatur  nach  1945“,  in:
Anton  Schwöb  (Hrsg.):  Deutsche  Literatur  Ostmittel-  und  Südosteuropas.  19.  und  20.
Jahrhundert,  München  1992  (Veröffentlichungen  des  Südostdeutschen  Kulturwerks,
Reihe  B:  Wissenschaftliche  Arbeiten,  Bd,  54),  S.  216-223.  Engel-Braunschmidt,
Annelore:  „Rußlanddeutsche  Literatur  von  Lenz  bis  Pil’njak?  Methodische  Vorüberlegungen
  zu  einer  Geschichte  der  rußlanddeutschen  Literatur“,  in:  Dahlmann,  Dittmar  und
Tuchtenhagen,  Ralph  (Hrsg.):  Zwischen  Reform  und  Revolution.  Die  Deutschen  an  der
Wolga  1860-1970,  Essen  1994  ^Veröffentlichungen  des  Instituts  für  Kultur  und
Geschichte  der  Deutschen  im  östlichen  Europa,  Bd.  4),  S.  347-355;  Holzner,  Johann:
„Literatur  in  Südtirol  -  deutsche,  österreichische,  italienische  Literatur?“  in:  Schmidt-Dengler,
  Wendelin/Sonnleitner,  Johann/Zeyringer,  Klaus  (Hrsg.):  Literaturgeschichte:
Österreich.  Prolegomena  und  Fallstudien,  Berlin  1995  (Philologische  Studien  und
Quellen,  H.  132),  S.  91-99.
40  Csaki,  Richard:  Vorbericht  zu  einer  Geschichte  der  deutschen  Literatur  in  Siebenbürgen,
Hermannstadt  1920;  Finck,  Adrien:  „Probleme  der  Literaturgeschichtsschreibung  elsässischer
  Literatur  des  20.  Jahrhunderts“,  in:  Grund,  Uwe  und  Scholdt,  Günter  (Hrsg.):
Literatur  an  der  Grenze.  Der  Raum  Saarland-Lothringen-Luxemburg-EIsaß  als  Problem
  der  Literaturgeschichtsschreibung.  Festgabe  für  Gerhard  Schmidt-Henkel,  Saarbrücken
  1992,  S.  111-121;  Motzan,  Peter:  „Überlegungen  zu  einer  Geschichte  der
rumäniendeutschen  Lyrik  nach  1945“,  in:  Ders.:  Die  rumäniendeutsche  Lyrik  nach  1944.
Problemaufriß  und  historischer  Überblick,  Cluj-Napoca  1980,  S.  21—41;  ders.:  „Literaturhistoriker“
  (Anm.  25);  Scheichl,  Sigurd  Paul:  „Probleme  einer  tirolischen  Literaturgeschichte
  der  jüngsten  Zeit.  Überlegungen  aus  Anlaß  eines  mißglückten  Buches“,  in:
Der  Schiern  57(1983),  H.  10,  S.  517-532.

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