spektivischen, methodischen und inhaltlichen Einrichtung zusätzlich verkompliziert,
ohne daß bislang überzeugende Lösungen gefunden werden konnten:
* Vor und nach der Darstellung von Karl Kurt Klein (1939) hat es keine komplette
Beschreibung gegeben. Ebenfalls gelingt für die einzelnen Literaturszenen
eine literarhistorisch, inhaltlich insgesamte Übersicht nicht. Die Publikationen
beschränken sich auf literarhistorische Phasen, regional begründete Ausschnitte,
Gattungs-, Themen- und Motivorientierung und deren Kombination,
auf Kurzfassungen, Kommentare von historisch angeordneten Textsammlungen.
Eine sozialgeschichtliche Durchstrukturierung, die inter- und intrakulturelle
Einbettung, die erforderliche Ausweitung des Literaturbegriff, verbunden mit
einer darauf abgestellten Wertung, ist in unterschiedlich ausgeprägten Ansätzen
vorhanden.
* Die jeweiligen methodischen, inhaltlichen und intentionalen Aspekte der
Einrichtung werden teilweise gar nicht, zumeist in zu knappen, auch unzulänglichen
Vorbemerkungen erläutert. Darin können sich die komplizierten Probleme
von Literaturgeschichtsschreibung spiegeln, eine minderheiteninterne
Kompetenzproblematik der Literaturhistoriker, deren Beeinflussung durch subjektive
und objektive Aspekte wie beispielsweise der politisch bedingten Kompetenzeinschränkung
der Marktorientierung.
* Die häufig fremdästhetische Bestimmung der Autorperspektive und damit der
ungenügenden Autordistanz, ohne die eigene Historizität im Hinblick auf die
ausgeprägte historizistische Qualität des Gegenstandes ausreichend zu reflektieren,
ist erkennbar an den Umsetzungen von Terminologie, Literatur- und Geschichtsverständnis,
von Auswahl, Funktion und Wertung. Die ideologischen
Implikationen, die von innenpolitischer Einflußnahme (sozialistische Kulturpolitik,
Zensur und Selbstzensur), außenpolitischer Einflußnahme (großdeutsche
Kulturpolitik des Auslanddeutschtums), minderheitenpolitischer Funktionalisierung
(Identitätserhaltung, Heimatbewußtsein) sowie individuellen Dispositionen
(subjektive Intention, Kompetenz) bestimmt sind, werden ebensowenig
wie die Phasen ideologisch beeinflußter Literaturkritik und Literaturentwicklung
(z. B. Kulturpolitik des deutschen Kaiserreichs, des Dritten Reichs,
der UdSSR) berücksichtigt. In Schulbuchversionen finden diese Ausblendungen
und die tendenziöse Darstellung ihre literarpädagogische Zuschärfung.
* Für den weiteren Diskurs sind die literargeschichtlichen Umsetzungen von
Karl Kurt Klein (1939), Peter Motzan (1980) Stefan Sienerth (1981, 1984,
1989, 1990) Adrien Finck (1987) und die beiden Bände zur rumäniendeutschen
Literatur (1972, 1992) nützlich.38
38 Vgl. Anm. 37.
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