Zmegac, Schmidt-Dengler, Schönert u.a. erläutert werden.36 Sie zielen sämtlich
auf die Entscheidungsfelder vom Gegenstand und seinem ästhetischen
Profil, seiner Auswahl, Strukturierung, Darstellung, Interpretation, seines
Adressatenbezugs, der Perspektivierung des Verfassers, dessen ästhetischer
Normen. Zu den essentiellen Problembereichen zählt Voßkamp -
- die theoretische Begründung des Zusammenhangs von Literaturgeschichte
als Geschichte, die Infragestellung von Positivismus, Marxismus, wirkungsästhetischer
Konzeption im Verhältnis zu Erwartungshorizont, Hermeneutikmodellen
und autonomem Subjekt.
- die ästhetische Funktion von literarischen Gegenständen im Geschichtsverlauf,
abhängig von historischer Gattungsdefinition, tradierter Lesererwartung/Autorhandlung
und außerliterarischen Bedingungen/Erwartungen.
- die anthropologischen Bedingungen als Erklärung von Literatur- und
Mentalitätsgeschichte (kollektive Denk-/Verhaltensmuster) mit den Folgen
fragwürdiger Abgrenzung heterogener Objekte und Textverknüpfung,
Autordisposition und Werkgeschichte, Gesellschaft und Politik im literargeschichtlichen
und gesellschaftlichen Wandel.
- die Frage nach dem Widerspruch von Nation, Geschichte, Nationalliteratur
und Weltliteratur.
Überprüft man daraufhin die Geschichte der Literaturgeschichten zur deutschsprachigen
Literatur im Ausland,37 dann zeigt sich, wie an ihren quantitativen
und qualitativen Bedingungen die besonderen Probleme mit diesen Literaturen
deutlich werden. Von den 23 Veröffentlichungen (davon fünf kommentierte
Anthologien) fallen 13,0 % (3) in die dreißiger Jahre der politisch-ideologisch
stimulierten auslanddeutschen Forschung, 13,0 % (3) in die siebziger Jahre des
erneuten Forschungsbeginns, 52,2 % (12) in die achtziger Jahre der intensiv
betriebenen Literaturgeschichtsschreibung, 21,7 % (5) in die neunziger Jahre
einer zunehmend differenzierten Forschung. Aufschlußreich ist die Korrespondenz
von Niveau wie Ausdehnung der gruppenindividuellen Literatur-/Wissenschaftsszene
und des Literargeschichtenanteils z. B. von 60,8 % (14) für die
rumäniendeutsche. Bemerkenswerterweise gibt es trotz des Literaturvolumens
sowohl für die Südtiroler als auch für die rußlanddeutsche keine Literaturgeschichte.
Diese literaturgeschichtlichen Darstellungen verdeutlichen, wie Minderheitenkultur
die Probleme von Literaturgeschichtsschreibung in der darstellungsper¬36
Vgl. die ausgewählten Beiträge zum Problem der Literaturgeschichtsschreibung im
bibliographischen Anhang I.
37 Vgl. die Literaturgeschichten im bibliographischen Anhang II.
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