slowenischen Schrift- und Standardsprache mit 18%, 20% und 62% wesentlich
geringer, so daß das Auseinanderklaffen zwischen Dialekt und Schrift- und
Standardsprache deutlich zutage tritt. Bezüglich der Alters- und der Sozialverteilung
läßt sich zwar grundsätzlich sagen, daß mit zunehmendem Alter die
Slowenischkenntnisse ansteigen und mit höherer sozialer Position abnehmen,
daß aber die Beherrschung des Dialekts bei geringerer Schulbildung höher liegt,
während mit höherer Schulbildung die Kenntnis der slowenischen Schrift- und
Standardsprache zunimmt. Dementsprechend lesen auch 71% keine slowenisch
abgefaßten Zeitungen oder Zeitschriften und 3/4 der Befragten geben an, noch
nie etwas auf Slowenisch geschrieben zu haben.
Was den Gebrauch des Dialekts betrifft, so ist dieser in erster Linie die Sprache
des intimen, vertrauten Bereichs in der Familie und unter Verwandten und liegt
im Höchstfall bei ca. 53%, so daß gut Verstehen und selber Reden in etwa konform
gehen. Dies gilt für das Gespräch mit den Großeltern, also der ältesten
Generation, während die Eltern bei ca. 48% liegen, wobei Großmütter und
Mütter ein wenig vor Großvätern und Vätern gehen. Der Sprung erfolgt gegenüber
den Geschwistern, wo die Verwendung des Dialekts auf ca. 30% absinkt.
In diesem Umfang erfolgt auch die Kommunikation unter Ehepartnern, während
diese den slowenischen Dialekt nur mehr zu 19% mit den Kindern sprechen.
Fragt man nach dem Gebrauch der deutschen Sprache, so verläuft die
Kurve genau umgekehrt, indem sie von ca. 30% mit Großeltern über ca. 33%
mit Eltern zu ca. 50% mit Geschwistern und ca. 52% mit Ehepartnern auf ca.
65% mit Kindern ansteigt. Der jeweilige bei ca. 20% liegende Rest spricht in
den betreffenden Kommunikationssituationen beide Sprachen, je nach dem wie
es sich gerade ergibt. Die entsprechenden Altersverteilungen zeigen, daß die
über 50-Jährigen, die vor 1928 geboren sind - heute wären es die über 70-Jährigen
-, mit ca. 60% bei Großeltern, ca. 55% bei Eltern, ca. 45% bei Geschwistern,
ca. 40% bei Ehepartnern und ca. 30% bei Kindern die höchsten Anteile
haben und daß die jüngeren Altersgruppen, allerdings nicht immer mit gleichmäßiger
Abnahme, zwischen ca. 55% und ca. 10% darunter liegen. Für die bis
29-Jährigen, die ab 1949 geboren sind, das sind heute die 40- bis 45-Jährigen,
liegen die Verhältnisse im einzelnen so, daß mit Großeltern ca. 50%, mit Eltern
ca. 40%, mit Geschwistern ca. 25%, mit Ehepartnern 45% und mit Kindern
35% slowenisch sprechen.
Was die slowenische Kommunikation außerhalb der Familie im Dorf betrifft,
so ist sie insgesamt gering. Eine Ausnahme bildet dabei mit 32% der Pfarrer,
was damit zusammenhängt, daß die Kirche seit jeher den Gebrauch des Slowenischen
fördert. Entsprechend beten auch 31% immer oder meistens slowenisch
und 20% abwechselnd slowenisch und deutsch, während die Beichte, wohl
durch Sprachvorgabe des Geistlichen, sogar zu 36% slowenisch abgelegt wird.
Mit den Nachbarn sprechen noch 23% slowenisch, mit dem Gemeindesekretär
8%, mit dem Lehrer und dem Kollegen am Arbeitsplatz 6%, mit dem Vorgesetzten
(Chef) am Arbeitsplatz 4% und mit dem Gendarmen nur mehr 1%. Al¬354