nasien in Oberpullendorf und Oberschützen sowie an der Handesakademie in
Oberwart als Wahlpflichtfach gewählt werden.
Was die konfessionelle Lage betrifft, so gehören die einzelnen Ortschaften zwar
unterschiedlichen Religionsbekenntnissen an, doch gibt es überall ungarische
Gottesdienste. Während Unterwart und Oberpullendorf römisch-katholisch sind,
ist Siget evangelisch A.B. (lutheranisch) und Oberwart reformiert H.B.
(kalvinistisch).
Im Hörfunk sendet Studio Burgenland des 2. Programms des Österreichischen
Rundfunks jeden Sonntag von 19.30 - 19.55 Uhr eine Sendung in ungarischer
Sprache, und überall können mühelos die ungarischen Hörfunk- und Fernsehsender
empfangen werden. Von Kulturvereinen ist insbesondere der
„Burgenländisch-Ungarische Kulturverein“ in Oberwart zu nennen, der auch
das ungarische Periodikum „Örseg“ mit deutschen Kurzfassungen herausgibt.
Auch in Wien befindet sich eine größere Anzahl von Ungarn, die auf Grund des
Volksgruppengesetzes von 1976 zur Volksgruppe gerechnet werden. Sie beläuft
sich 1991 auf 8.930 Personen, die zum allergrößten Teil aus jenen Ungarn
besteht, die 1956 nach dem Aufstand als politische Flüchtlinge nach Österreich
kamen und dann allmählich eingebürgert wurden. Während der „Wiener Kulturverein
der Burgenländischen Ungarn“ spezifisch ausgerichtet ist, vertreten
der „Dachverband Unabhängiger Ungarischer Vereine in Österreich“ und der
„Zentralverband Ungarischer Vereine und Organisationen in Österreich“, der
auch zweimonatlich die Zeitschrift „Becsi Naplo“ herausgibt, die Anliegen aller
Ungarn. Ähnlich wie bei den Wiener Kroaten ist die katholische Seelsorge getrennt,
wobei die Deutschordenskirche im 1. Wiener Gemeindebezirk als ungarische
Nationalkirche fungiert. Schulische Einrichtungen und Ungarischunterricht
für Volksschüler gibt es nicht, und die Kinder der eingebürgerten Ungarn
haben die deutschsprachigen Schulen besucht und Ungarisch, wenn überhaupt,
nur mündlich im Elternhaus gelernt.
5. Die Tschechen und Slowaken in Wien2^
Vor dem Ersten Weltkrieg lebten in Wien als der Hauptstadt der Österreichischungarischen
Monarchie Angehörige der verschiedensten Nationalitäten. Unter
ihnen befanden sich auch die Tschechen und Slowaken, und erstere umso mehr,
als ja die Heimatgebiete der Tschechen in Böhmen, Mähren und Österreichisch-Schlesien
seit 1867 zur österreichischen Reichshälfte gehörten. Mit der Schleifung
der Wiener Stadtmauern 1857 und der Stadterweiterung im Zuge der Industrialisierung
erfolgte die stärkste Zuwanderung von Arbeitskräften aus den
tschechischen Gebieten. 1900 lebten an die 103.000 Tschechen und Slowaken
28 Über die allgemeinen Hinweise in Anm. 9 hinaus vgl. speziell Tschechen & Slowaken
1991.
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