Prof. Dr. Diether Breitenbach
Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft des Saarlandes
Symposium „Sprachenpolitik in Grenzregionen“
- Grubwort zur Eröffnung des Symposiums -
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
als Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft des Saarlandes ist es mir eine
besondere Freude, heute hier sein zu können, um das Symposium „Sprachenpolitik
in Grenzregionen“ zu eröffnen. Zunächst möchte ich die zahlreichen
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland begrüßen, insbesondere
die Gäste aus Polen, Frankreich, Luxemburg, Österreich, Belgien und
Großbritannien.
Mein Dank gilt auch dem Forschungsschwerpunkt „Grenzregionen und Interferenzräume“
der Philosophischen Fakultät an der Universität des Saarlandes, der
sich der Erforschung von Problemen und Strukturen der Grenzregionen vornehmlich
im Saar-Lor-Lux-Raum widmet und dem es gelungen ist, diese Tagung
hier in Saarbrücken zu organisieren. Die Entstehung und Entwicklung jenes
interdisziplinären Forschungsschwerpunktes spiegelt die traditionell internationale
Orientierung der Universität des Saarlandes wider und steht in direktem
Zusammenhang mit der binneneuropäischen Grenzlage des Saarlandes.
Wie in übrigen Grenzregionen, so tritt auch im Saarland ein erhöhtes Bewußtsein
der nationalen Identität in Erscheinung, das sich in jüngster Zeit durch die
tatsächliche Öffnung der Grenzen innerhalb Europas noch deutlicher artikuliert
und als spezifisch deutsch-französische Atmosphäre im Alltag des Grenzraumes
spürbar wird. Dieses Bewußtsein resultiert unter anderem aus der geschichtlichen
Entwicklung unseres Bundeslandes - aus seiner mehrmals wechselnden
Zugehörigkeit zu den Nationen Deutschland und Frankreich. Auch die Universität
des Saarlandes wurde durch diese Entwicklungen geprägt: als Universität
französischen Ursprungs begünstigte sie in der Folge die Gründung verschiedener
europaorientierter Institute (1951: Europa-Institut, 1955: Institut für
Europäisches Recht und Centre d’ Etudes Juridiques Françaises).
Unzählige grenzüberschreitende Aktivitäten im kulturellen, wirtschaftlichen
und politischen Bereich belegen, daß die geschichtliche Entwicklung des Saarlandes
zu einer gesteigerten Sensibilität gegenüber unseren europäischen Nach-35