Full text : Sprachenpolitik in Grenzregionen

Samstag  eine  Sendung  von  18.10  -  19.00  Uhr  und  an  Sonntagen  zwei  Sendungen
  von  6.30  -  7.00  Uhr  und  von  18.10  -  18.30  Uhr  gibt.  Außerdem  strahlt  das
2.  Österreichische  Fernsehprogramm  jeden  Sonntag  um  13.30  Uhr  eine  halbstündige
  Sendung  aus.
Bezüglich  der  Religion  sind  die  Slowenen  ebenso  römisch-katholisch  wie  die
deutschsprachigen  Kärntner.  Da  die  religiösen  Bindungen  stark  sind  und  heute
noch  etwa  ein  Drittel  der  Kärntner  Geistlichkeit  aus  slowenischen  Familien
stammt,  bereitet  es  keine  Schwierigkeiten,  die  Gottesdienste  in  den  69  Pfarreien
des  gemischtsprachigen  Gebietes  slowenisch  abzuhalten.  Im  einzelnen  werden
die  Sonntagsgottesdienste  in  11  Pfarreien  ausschließlich  slowenisch  und  in  58
Pfarreien  je  nach  Anforderung  gefeiert,  wobei  dann  die  Frühmessen  meist  slowenisch
  und  die  Spätmessen  meist  deutsch  oder  gemischtsprachig  sind.
Es  herrscht  auch  ein  reges  slowenisches  Vereinsleben  mit  dem  „Christlichen
Kulturverband“  und  dem  „Slowenischen  Kulturverband“  als  den  größten  Organisationen,
  die  rund  60  lokale  Teilvereine  umfassen.  Als  politische  Sprachrohre
fungieren  der  „Rat  der  Kärntner  Slowenen“  und  der  „Zentralverband  slowenischer
  Organisationen“,  die  auch  einmal  wöchentlich  die  Zeitungen  „Nas  tednik“
bzw.  „Slovenski  vestnik“  herausgeben,  zu  denen  noch  sechs  Periodika  von
weiteren  Vereinen  hinzukommen.  Für  die  Publikation  slowenischer  Literatur,
die  großteils  aus  der  Feder  von  Absolventen  des  Slowenischen  Gymnasiums  in
Klagenfurt  stammt,  gibt  es  in  Klagenfurt  drei  Verlagshäuser.
Schließlich  ist  noch  zu  erwähnen,  daß  der  Artikel  7  des  österreichischen  Staatsvertrages
  von  1955  auch  noch  den  Slowenen  in  der  Steiermark  Volksgruppenrechte
  zusichert.  Aber  in  dem  dabei  für  bodenständige  Slowenen  in  Frage
kommenden  Grenzbezirk  Radkersburg,  der  ja  bis  1949  von  Jugoslawien  beansprucht
  wurde,  geben  bei  der  Volkszählung  1991  bloß  81  Personen  ihre  Umgangssprache
  mit  Slowenisch  an,  und  in  der  Steiermark  sind  insgesamt  1.695
Slowenen  registriert,  von  denen  1.065  auf  die  Landeshauptstadt  Graz  und  ihre
Umgebung  entfallen.  Obwohl  die  Zahl  der  bodenständigen  Slowenen  als  zu  gering
  gilt,  um  als  Volksgruppe  geschützt  zu  werden,18  bemüht  sich  der  1989  gegründete
  Verein  „Artikel  VII  -  Kulturverein  für  Steiermark“,  für  sie  ähnliche
Rechte  zu  erreichen,  wie  sie  den  Kärntner  Slowenen  eingeräumt  sind.  Auch  in
Wien  leben  1991  1.832  Slowenen.
3.  Die  Kroaten  im  Burgenland19
Mit  den  nationalitätsorientierten  Gebietsaufteilungen  der  Österreichisch-ungarischen
  Monarchie  nach  dem  Ersten  Weltkrieg  gelangte  1920  schließlich  der  von

18  Vgl.  Veiterl  979,  S.  27ff.
19  Über  die  allgemeinen  Hinweise  in  Anm.  9  hinaus  vgl.  speziell  Burgenländische  Kroaten
1993.

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