Full text : Sprachenpolitik in Grenzregionen

sehen  Sprache  im  Elsaß  im  Rahmen  der  europäischen  Zusammenarbeit  beizutragen,
  unter  anderem  durch  den  Einsatz  bzw.  Austausch  von  Lehrkräften.
Schlußfolgernd  können  wir  festhalten,  daß  die  doppelte  Definition  der
„Regionalsprache“  der  Grundschlüssel  für  die  Zukunft  des  Dialekts  im  Elsaß
ist,  und  weiter  gefaßt,  einer  elsässischen  „Identität“,  die  sich  ihrer  vielfältigen
wirtschaftlich-materiellen  und  kulturell-geistigen  Ressourcen  bewußt  ist.  Die  so
definierte  „Regionalsprache“  entspricht  einerseits  einer  immer  noch  präsenten
sprachlichen  und  geschichtlichen  Realität  und  andererseits  den  Interessen  der
Region,  den  Zukunftsperspektiven  im  europäischen  Kontext.  Die  Betrachtungen
über  die  „verlorene  Sprache  der  Elsässer“  („la  langue  perdue  des  Alsaciens“)
verbergen  nur  schlecht  die  Genugtuung  der  einen  und  enthüllen  zugleich  die
passeistische,  nostalgische,  oft  voller  Komplexe  steckende  Haltung  der  anderen.
Sie  bleiben  einzig  und  allein  auf  den  Dialekt  bezogen.  Die  doppelte  Dimension
der  „Regionalsprache“  jedoch  wahrt  die  Identität  und  sichert  auch  die  Öffnung.
Sie  erfordert  eine  wirksame,  durch  die  Schule  geförderte,  entschieden  moderne
Zweisprachigkeit,  ein  pädagogisches,  finanzielles  und  menschliches
Engagement.  Selbstverständlich  kann  die  Schule  nicht  allein  dieses  Zukunftsprojekt
  tragen,  auch  wenn  sie  das  entscheidende  Verbindungsglied  ist.
Das  gesamte  öffentliche  Leben  ist  betroffen:  daraus  erwächst  die  Notwendigkeit
eines  umfassenden,  kohärenten  politischen  Konzepts,  einer  Zweisprachigkeit,
die  sich  auch  in  den  Straßen  der  Städte  und  Dörfer  einer  „civitas  Alsatiae“  widerspiegelt.
  Dafür  versuchen  wir  uns  einzusetzen.

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