Full text: Grenzen und Grenzregionen

zahlreichen Confin-Ortsnamen beweisen, z.B. Galfin, Konßnen (Pallabazzer, AAA 
68 Nr. 1309). 
Auffallend ist der Flurname Gfinn in einem Dokument von 1770 aus Appian in 
Südtirol (Battisti, AAA 28,51). Hier liegt nicht confinis "politische Grenze" 
zugrunde - diese war seit Jahrhunderten bei Salum - sondern das Appellativ 
confinis "Zwischenstreifen zwischen den Rebfeldem, d.h. Grundstücksgrenze in 
Rebbergen". In Istrien heißt Kunfiin m. "Grenze zwischen zwei Grundstücken", 
aber auch "Steinhaufen, Stein, Bäume als Grenzmarkierung zwischen zwei 
Feldern" (Malusä,ControRicStorRofigno 13,404). 
Als Grundstücksbegrenzungen werden häufig Wege oder Gräben genannt. 
Wege: Serravalle 1383: "le chonfine intomo intomo del munistero, el Lavino e 11a 
via piubicha" (Migliorini-Folena 1,52,5); Cavallerleone 1439: "possesiones super 
vias in confinas" (GascaGlossRinaudo). Battisti (AAA 52, Nr. 674) belegt für Rasa 
(Alto Adige) einen Confinweg. 
Gräben: emil.occ. (parm.) foss d'confen Pariset, bol. fösa ed cunfenna "fossa di 
confine" Ungarelli. 
Confinis wird auch als Grenzzeichen verwendet, z.B. als Grenzstein: 
emil.occ.(parm.) confen m. "la pietra che segna il confine di possessi" Pariset; 
ebenso in den Abruzzen (Introdacqua und Sant'Omero) kumbin "la pietra che 
segna il confine" DAM. 
In der Karte 1421 des AIS (il termine, segno terminale) ist auffallend, daß die 
Bedeutungen "Grenze" und "Grenzstein" von den Aufnahmepersonen öfter nicht 
unterschieden wurden. Die Exploratoren freilich geben differenziert Grenzstein, 
Grenzpflock, Grenzfurche, Grenzgraben, Grenzstreifen und Grenzmauer an. 
In Bologna wird die Genusunterscheidung zur Differenzierung von Stadtgrenze 
und Grundstücksgrenze genutzt: cunfein d'un stat (Coronedi), cunfeina d'un camp 
(ib.). 
In Nordfrankreich kommt mff., nfr. confins m.pl. "partie d'un territoire 
limitrophe" erst seit dem Chronisten Commynes (Ende des 15. Jhs.) vor. Vielleicht 
handelt es sich dabei um eine Entlehnung aus Italien. 
Die lat. Form confinium - nach Wartburg belegt in der mlat. Urkundensprache und 
als plurale tantum im Okzitanischen (FEW 2, 2, Sp. 1035) - kommt in Italien nur 
in bestimmten Gebieten vor: im Veneto, in der Pentapolis und in der Campagna, 
in Dokumenten aus dem Kloster Farfa. Dies sind Gebiete, die noch im 
Frühmittelalter unter byzantinischem Einfluß standen, eff. avenez. confinio 
"contrata (= durch Grenzen festgelegter Kirchensprengel)" (1282, TestiStussi 3,5), 
march.centr. (Osimo) confignu m. "confine" Spotti, und die Ortsnamen aus dem 
Veneto: Confignum, Confinium (991-1232, OlivieriDToponVen 126). 
3. mlat terrifines 
Eine ausschließliche Grenzbezeichnung der Toskana ist mlat. terrifines "Grenzen 
eines Grundstückes" und das entsprechende Verbum terrifinare "Grenzen 
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