Full text: Zwischen Saar und Mosel

mehr oder minder zensiert veröffentlichten Petitionen, Adressen oder Beschlüsse25. 
Wie wichtig diese Quellen etwa für die Geschichte des Vormärz sind, haben bspw. 
Arbeiten zur Judenemanzipation hinlänglich gezeigt26. 
Wie die o. g. Rückgratserien enthalten auch die Sachakten versteckte Betreffe aus 
allen Regionen der ehemaligen Rheinprovinz, die infolge fehlender topographischer 
Zuordnungen nicht ohne weiteres greifbar sind. Auch hier gibt es keine Alternative 
zu einer an den Kompetenzen der jeweiligen Behörde orientierten Aktenlektüre. 
Für den Zeitraum bis 1933 bzw. 1945 umfaßten diese außer dem schon erwähnten 
politisch parlamentarischen Bereich vornehmlich Aufgabenfelder aus dem Fürsor¬ 
gewesen, dem Verkehrswesen, der Landwirtschaft und der Kulturpflege. Die in den 
Findmitteln des ALVR ausgeworfenen Saarbetreffe (nachfolgend meist summa¬ 
risch zusammengefaßt und kursiv markiert) verteilen sich im einzelnen auf die 
beiden bereits o.g. Hauptbestände wie folgt: 
I Ständischer Landtag: 
1. Provinzialständische Verfassung: Pertinenzverzeichnis der landtagsfähigen 
Güter für die Kreise Merzig, Ottweiler und Saarlouis 1829-1831; Standschaft 
der Städte St. Wendel und Malstatt 1837, Petitionen der Städte Saarbrücken u. 
St. Johann 1845. 
2. Provinzialständische Verwaltung, 
a) Strom- und Uferpolizei: Schiffbarmachung der Saar 1828, Brückenbau über 
die Saar 1854, 
b) Finanzen: Steuerangelegenheiten zu Saarlouis und Saarbrücken 1826, 
Saarschiffer 1843-1854, 
c) Kirche, Schule, Kunst und Wissenschaft: Schulwesen zu Saarlouis 1828, 
d) Bezirksstraßenwesen: Saarbrücken-Saarlouis 1828, Mettnich-Theley 1852, 
Braunshausen-Castel 1852, Lebach-Saarbrücken und Lebach-Fraulautern 
1843, Niedaltdorf-Saarlouis 1856, Merzig-Birkenfeld 1862, 
e) Handel, Gewerbe, Industrie, Verkehr: Metz-Saarbrücken 1845, Luxemburg- 
Neunkirchen 1852. 
II Provinziallandtag und Provinzialverwaltung: 
Abgesehen von vereinzelten Personalangelegenheiten zur Provinzial- Heil- u. 
Pflegeanstalt (PHP) Merzig 1876-1921 u. 1939-1944, zum Bauamt Saarbrücken 
1898/1921 und zur Bezirksvertretung Saarbrücken der Provinzialfeuerversiche¬ 
rungsanstalt 1931-1933 konzentriert sich die Fülle der aus der Registratur der 
Hauptverwaltung überkommenen Akten zur Saar auf die Abtretung des Saargebiets 
1919-1935 (24 Akten), die Dokumentation des Volksbundes für das Deutschtum 
im Ausland, Forschungsstelle Rheinland 1934-1942 zum Saargebiet 1920-1934 
(16 Akten), den Bereich der „Kommunalwirtschaft“ (Beteiligungen des Provinzial¬ 
25 Wenn einmal das in Vorbereitung befindliche Handbuch der Abgeordneten der Rheinischen 
Provinziallandtage vorliegen wird, läßt sich diese Quellengattung und ihr aktenmäßiges Umfeld noch 
effizienter nutzen. 
26 Vgl. etwa F. JACOBY, Zwei Stellungnahmen zur Judenemanzipation aus den Saarstädten. Die Petition 
der Bürger von Saarbrücken, St. Johann und Umgegend von 1843, in: ZGSaarg. 33 (1985), S. 
122-147. D. KÄSTNER (Bearb.), Der Rheinische Provinziallandtag und die Emanzipation der Juden 
im Rheinland 1825-1845. Eine Dokumentation (Rheinprovinz 2), 2 Bde., Köln/Bonn 1989. 
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