Volltext: Zwischen Saar und Mosel

Gesundheitspflege, Straßenwesen u. landschaftliche Kulturpflege), die andernorts 
zumeist staatlicher Obhut obliegen. 
Die archivische Überlieferung des Provinzialverbandes zur Saar 
Die erste und bislang einzige aus archivarischer Feder gebotene Übersicht zum 
Provinzialarchiv stammt von Wilhelm Kisky21; eine detaillierte, teilweise um 
behördengeschichtliche Aspekte angereicherte Kurzbeschreibung der Hauptbestän¬ 
de befindet sich in Vorbereitung für das Handbuch der Kommunalarchive in NRW, 
dessen Herausgabe bevorsteht22. Dieser Übersicht zufolge setzt sich die im ALVR 
verwahrte Überlieferung des Provinzialverbandes bzw. der Provinzialverwaltung u. 
a. aus folgenden Bestandsgruppen zusammen: 
Ständischer Landtag 1824-1887 (1.270 Nr.), Findbuch. 
PROVINZIALLANDTAG UND PROVINZIALVERWALTUNG 1879-1945 (ca. 13.330 
Nr.), Findbuch. 
STAATLICHE ÜBERGANGSZEIT UND LVR 1945 ff. (4.600 Nr.), Findbuch. 
PRÄSIDIALREGISTRATUREN 1900-1980 (776 Nr.), Findbücher (Akten der Landes¬ 
direktoren/Landeshauptleute sowie deren privatdienstliche Überlieferung). 
Aussendienststellen 1868 ff. (ca. 7.000 Nr.) 
Von diesen verdienen im Hinblick auf die Saar die beiden ersten Bestände 
besondere Beachtung. Die Außendienststellen treten hingegen in den Hintergrund, 
da bis 1945 der Provinzialverband diesen nicht die Aufmerksamkeit zukommen 
ließ wie der Überlieferung der Zentralverwaltung. 
Angesichts der in Archiven üblichen Verzeichnungstechnik, die sich i. d. R. mit 
knappen Betreffen begnügen muß, enthalten die einzelnen Akten und Protokolle 
weitaus mehr, als in den Findmitteln an Ortsbegriffen erscheint, und folglich auch 
mehr, als in der anschließenden Übersicht zu den Saarbetreffen enthalten ist. Dies 
betrifft ebenso die sog. Rückgratserien (etwa Protokolle, Verwaltungsberichte, 
Etats) wie auch etliche Einzelfallakten, die zumindest begleitend heranzuziehen 
sind. Unter jenen ragt die Gruppe der Protokolle (Landtag, Provinzialverwaltungs¬ 
rat bzw. Provinzialausschuß, Fachkommissionen) hervor. Von den seit 1826 bis zu 
ihrer Auflösung 1933/34 versammelten Landtagen liegen sämtliche Sitzungsproto¬ 
kolle vor, einige sogar gedruckt23. Über Details, wie etwa die Frage nach dem 
politischen Agieren einzelner Abgeordneter24, geben freilich nur die originalen 
Mitschriften Auskunft, die i. d. R. weitaus besser informieren, als die gekürzten 
Drucke oder die z. T. bereits in den zeitgenössischen Medien auszugsweise und 
21 Wilhelm Kisky, Das Archiv der Rheinischen Provinzialverwaltung im Landeshaus in Düsseldorf, in: 
Rheinische Heimatpflege 10 (1938), S. 342-346 u. in: Rheinprovinz, Amtliches Mitteilungsblatt des 
Landeshauptmanns (1939), S. 208-210. 
22 Handbuch der Kommunalarchive in Nordrhein-Westfalen, Teil 1: Landesteil Nordrhein, hg. v. LVR, 
Archivberatungsstelle, Köln/Bonn 1995. 
23 Übersicht der Verhandlungen der rheinischen Provinzialstände, Bd. 1-5 (1827-1839). 
24 Interessant für Benutzungen ist ein altes Repertorium von Woldemar Harleß (ALVR Nrr. 10492 ff.), 
das trotz einer nur grobalphabetischen Namens- und Sachindizierung den Nachweis von Abgeordne¬ 
ten in den Protokollen sehr erleichtert. 
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