Full text: Zwischen Saar und Mosel

als „Sozialdemokratische Partei Saar“, die „Kommunistische Partei“ als „Bezirk 
Saar-Nahe“ ebenfalls der Mutterpartei67. 
Heinrich Schneider, der führende Gegner von Ministerpräsident Johannes Hoff¬ 
mann und von dessen Idee einer „Europäisierung“ des Saarlandes, hat in der 
Kurzform „Saar“ allerdings sehr viel mehr sehen wollen als nur eine bequeme 
Variante für „Saarland“: In der Verwendung von „Saar“ dokumentierte sich für ihn 
nicht weniger als ein sublimer Widerstand gegen das Regime: „Verantwortliche 
Männer bei der Post [hätten] auf keiner Briefmarkenausgabe seit 1947 eine andere 
Bezeichnung anbringen“ lassen „als ,SAAR‘, so daß jede politische Anerkennung 
sorgsam umgangen werden konnte“68. 
Daß der Name „Saargebiet“, der als Benennung nur noch für das Saargebiet der 
Völkerbundszeit seine Berechtigung hat, gelegentlich noch heute für das „Saarland“ 
verwendet wird, wurde bereits eingangs erwähnt. Bis zur Angliederung an die 
Bundesrepublik am 1.1.1957 scheint er auf deutscher Seite, etwa von Bundeskanz¬ 
ler Adenauer69, bewußt benutzt worden zu sein, vielleicht um die provisorische 
Situation des Saarlandes zu verdeutlichen, vor allem um ihm den Land- und 
Staatscharakter abzusprechen70. Jedenfalls ist der damalige häufige Gebrauch von 
„Saargebiet“ auf „bundesrepublikanischer“ Seite recht auffallend. Der offizielle 
Name des Landes ist „Saarland“. 
Anhang 
Benennungen unseres Raumes 1799-1870 
1799: Beobachter an der Saar 
1817: Bezirke Saarbrücken und Ottweiler 
1832: Karte des Saargebietes 
1835: In der nächsten Umgegend von Saarbrücken 
1839: Hist.-antiquar. Verein f. d. Städte Saarbrücken u. St. Johann und Umgegend 
1845: Allgem. Volkskalender für die Saargegend 
1847: Pfalz-saarbrückensches Steinkohlengebirge 
1847: Der Bote an der Saar 
1848: Gegend von Saarbrücken 
1852: Saarbrücker.. .Eisenbahn 
1852: Saarbrücker Land 
1853: Steinkohlenreichtum bei Saarbrücken 
67 Vgl. die verschiedenen Plakate, etwa den gemeinsamen Aufruf der Parteien vom 21.3.1946 an die 
Bewohner des „Saargebiets“ (Paul-Schock, wie Anm. 26, S. 147, Abb. 126; ferner S. 148, Abb. 
127/128). Das „Mouvement pour la Überation de la Sarre“ nannte sich „Bewegung zur Befreiung des 
Saargebiets“ (Plakat vom Nov. 1945, Paul-SCHOCK, wie Anm. 26, S. 124). 
68 H. Schneider, Das Wunder an der Saar. Ein Erfolg politischer Gemeinsamkeit, Stuttgart 1974, S, 18. 
Der Bezug auf spätere Ausführungen betr. wohl diejenigen S. 392 f. 
69 In dem einschlägigen Abschnitt seiner Erinnerungen 1945-1953 (Stuttgart/Hamburg 1965, S. 
299-315) spricht er bzw. wird gesprochen 28 mal von der „Saar“, 16 mal vom „Saargebiet“ und 8 mal 
vom „Saarland“. 
70 Vgl, K. Hoppstädter (wie Anm, 2), S. 12. 
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