Volltext: Zwischen Saar und Mosel

Bedeutung für prosopographische Arbeiten hier eindringlich verwiesen sei15, sowie 
aus Kataster- und Konzessionsplänen. Der Großteil der Informationen, insbesonde¬ 
re zu Lichtenbergers Tätigkeit als Meteorologe und Astronom, entstammte jedoch 
gedruckten Quellen wie Adreßkalendern, Amtsblättern, Wochen- und Tageszeitun¬ 
gen, wissenschaftlichen Zeitschriften, Fachorganen und Vereinsmitteilungen, deren 
Auffinden nicht immer problemlos war16. 
Mit dem Erwerb der Eisenwerke in Neunkirchen, Halberg-Brebach und Fischbach 
verlegten die Gebrüder Stumm, als Besitzer einer Kette von Hütten und Hämmern 
im Hunsrück17, die kapitalkräftigsten Eisenindustriellen des damaligen Saardeparte¬ 
ments, zu Anfang des 19. Jahrhunderts den Schwerpunkt ihres im napoleonischen 
Rüstungsboom florierenden Familienunternehmens an die Saar18. Neuer Firmensitz 
wurde die zwar peripher zu den Betriebsstandorten, doch verkehrsgünstig an der 
Kreuzung der Kaiserstraße Paris-Metz-Worms und der Chaussee Trier-Straßburg 
gelegene Arrondissementshauptstadt Saarbrücken, wo Friedrich Philipp 
(1751-1835), der Montanexperte unter den drei Brüdern Stumm, sich schon 1802 
15 Zu Dank bin ich einer ganzen Reihe von auskunftfreudigen Standesämtern {Andernach, Birkenfeld, 
Bonn, Mainz, Nohfelden, Nonnweiler, Ottweiler, Rhaunen, Trier, Saarbrücken (Dep. im StadtA), 
Solingen, Wiesbaden, Worms, Wuppertal) verpflichtet; nur wenige verschanzten sich hinter dem 
Datenschutzgesetz wie das in Neunkirchen. Hier bot die Bearbeitung der Heiratseinträge in den evgl. 
Kirchenbüchern von Frau Marliese Mathieu, der ich sehr danke, sich als teilweiser Ersatz an bzw. 
blieb nur der zeitraubende Umweg über die im LA Saarbrücken lagernden Zweitregister und 
Mormonenverfilmungen. - Da die Provenienz der Personaldaten sich i. d. R. aus dem Zusammenhang 
ergibt, wurde diese {KB bzw. PSR) nur in Ausnahmefällen angegeben. 
16 Für mannigfache Hilfestellungen, auf die ich, von den Spätfolgen einer Kriegsverletzung zeitweise 
zur Immobilität verurteilt, beim Besorgen von Literatur u. anderem Material angewiesen war, möchte 
ich mich stellvertretend für alle Helfer(innen) sehr bedanken bei Frau Bibi.-Rätin Dr. Hubert- 
Reichling von der Zweibrücker Bibliotheca Bipontina für die Abwicklung der Fernleihen, meinem 
alten Kollegen Martin Wolff, ehern. Graphiker am Histor. Institut der Saarbrücker Universität, und 
Herrn Stadtdir. G. Bund, Neunkirchen, die mir manchen Weg ebneten bzw. ersparten. 
17 Zur Standortskizze der Stumm-Werke (s. Tafel) vgl. Braun (wie Anm. 17) passim u. Fischer (ebd.) 
S. 416 ff. 422 ff. 439 ff. der aber die Betriebsorganisation nur streift. Hier sei auch verwiesen auf B. 
CLOER u. U. KAISER-CLOER, Eisengewinnung u. Eisenverarbeitung i. d. Pfalz im 18. u. 19. Jh., 
Mannheim 1984, die die Hütten der Gienanth, aber auch der Krämer-St. Ingbert, behandeln. 
18 Fünfvierteljahrhundert Neunkircher Eisenwerk (wie Anm. 5), S. 11 ff. ist hier ausführlicher als Tille 
(wie Anm. 5). - Die Hintergründe der sicher auch politisch abgesicherten Expansion zur Saar, die 
Friedr. Phil. Stumm mit seinem Umzug nach Saarbrücken 1802 (so E, BÖCKING, Die Familie Stumm 
als Eisenhüttenbesitzer auf dem Hunsrück, Mülheim/Rh. 1902, S. 20) einleitete (am 12.Dez.1804 ist 
Saarbrücken als sein Wohnort gesichert, vgl. W. KRÄMER, Geschichte des Eisenwerks zu St. Ingbert, 
Speyer 1933, S. 182 ff.), sind noch darzulegen. - Wahrscheinlich spielte - was Fischer (wie Anm. 
11) S. 440 zu wenig beachtet - das von den Stumms in der Umbruchszeit 1814/15 umworbene u. 
1827 endlich angekaufte Geislauterner Werk, das zunächst die Franzosen, 1818/19 die Preußen zum 
Musterbetrieb (sie investierten 100.000 Taler zur Erprobung des Puddelns) ausbauten, schon damals 
eine Rolle (vgl. J.P. Barbian, Deutsch-französische Beziehungen auf dem Gebiet des Montanwesens, 
in: JbwestdtLG 15, 1989, S. 227-239; DERS., Deutsch-französische Beziehungen in der Wissenschaft 
u. Technologie des 18. u. frühen 19. Jhs., in: Technikgeschichte 56, 1989, S. 305-328); I. 
Lange kothe, Ein Gutachten Alexander v. Humboldts über das Berg- u. Hüttenwesen im Bereich 
des Oberbergamts Bonn 1818, in: Tradition 6. 1961, S. 84-93). - Für 1814/15 wäre noch auf die 
Akten des Generalgouvernements Mittelrhein (LA Speyer G 21 insbes. Nr. 152-153) mit den 
Berichten des Generalinspekteurs des Berg- u. Hüttenwesens Karl August Simon, der später von der 
Bayerischen Verwaltung übernommen wurde, hinzuweisen (vgl. dazu auch F. Schmitt, Die 
provisorische Verwaltung des Gebietes zwischen Rhein, Mosel u. französischer Grenze durch 
Österreich u. Bayern 1814-1815, Meisenheim 1962, S. 106 ff, der Eingaben der Stumms zitiert). 
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