Full text: Zwischen Saar und Mosel (24)

mögliche Verschreibung sprechen aber vor allem die Dorsualnotizen, die mit der 
Assimilation [ln] > jll] sogar eine sprachliche Weiterentwicklung aufweisen. 
Namenkundlich wirft Alningas ebenfalls erhebliche Probleme auf: zu einem germani¬ 
schen Personennamen will es sich nicht fügen; es ist aber ein Ansatz *Alaningas (mit 
späterer Synkope des Mittelsilbenvokals [a]) zum romanischen PN Alanus91 zu 
erwägen. In diesem Falle ließe es sich als althochdeutsche Doppelform an das im 
Seillegau gelegene Alaincourt (Moselle, Ct. Delme), a. 893 K. Elemcort, a. 1180 
Alincort, a. 1266 AUencort < *Alano-curte anschließen91 92. Doch muß dies Hypothese 
bleiben. 
11. Carisiago a. 775 Or., Carisiaco 9. Jh., wo der König weitere Mansen an Salonnes gibt, 
ist nicht - wie durchweg zu lesen93 - mit dem Pfalzort Quierzy (Oise) zu identifizieren, 
sondern im Seillegau zu suchen. Zu Recht stellen Michel Parisse94, Maurits Gysseling95 
und Monika Buchmüller-Pfaff96 diesen -acum-Ort zu Cherisey (Moselle, Ct. Verny), a. 
875 F. 12. Jh. Carisiacum, 2. H. 10. Jh. Charisiacum, a. 1275 Charisey, a. 1333 Or. 
Chairexey, wo seit dem 10. Jahrhundert Besitz der Metzer Königsabtei Sainte Glossinde 
bezeugt ist97. 
III. 
Den Grundherrn Wido, der Fulrad vor 768 (D. KDG, Nr. 27) die Güter in 
Torcheville / Dorsweiler, +Vertignécourt, Amélécourt, Hannocourt, Vannecourt, 
Filitione curte bei Château-Salins und +Seraincourt (ebd.) übertrug, identifiziert 
man in der Forschung mit dem 799 genannten gleichnamigen Markgrafen der 
Bretagne98. Dieser gehört in die für die frühe Geschichte des Saar-Mosel-Raumes 
überaus wichtige Reichsadelsfamilie der Widonen, der man im 8. Jahrhundert u. a. 
die Gründung der Klöster Mettlach99 und Hornbach100 verdankt, und die im selben 
Jahrhundert einen bestimmenden Einfluß auf das Bistum Trier ausübte101. Die 
Äbtissin Eufemia von St. Pierre-aux-Nonnains in Metz, die 781 an Abt Fulrad 
Besitz im Seillegau, nämlich - wie oben aufgeführt - in Filicione curte und 
Vertignécourt, gab und dafür Besitz im Charpaignegau, nämlich in loco que dicitur 
91 MORLET (wie Anm. 61), II, S. 15. 
92 Lepage (wie Anm. 18), I, S. 12; Reichsland (wie Anm. 18), S. 8; Hiegel (wie Anm. 17), S. 39; I. 
Schwab (Hg.), Das Prümer Urbar (Rheinische Urbare Bd. 5), Düsseldorf 1983, S. 84ff.. 
93 Vgl. o. Anm. 16. 
94 Parisse (wie Anm. 7), S. 238. 
95 M. GYSSELING, Toponymisch Woordenboek van Belgie, Nederland, Luxemburg, Noord-Frankrijk 
en West-Duitsland voor 1226, Tongern I960, S. 818. 
96 Buchmüller-Pfaff (wie Anm. 17), Nr. 197. 
97 D. LdD, Nr. 168. Der Kirchensatz und die Zehnten standen durch Schenkung des Metzer Bischofs 
von 1266 wegen der Mutterkirche in Liehon der Metzer Abtei St. Symphorien zu. Vgl. Dorvaux 
(wie Anm. 22), S. 536f; Du PRElL (wie Anm. 36), II, S. 608ff. (Besitz der Grafen von Bar). 
98 Fleckenstein (wie Anm. 7), S. 26f.; Parisse (wie Anm. 7), S. 237. 
99 Wido streitet 782 mit dem Erzbischof von Trier um das von seiner Familie gegründete Kloster 
Mettlach. Vgl. D. KdG, Nr. 148. 
100 Vgl. A. doll, Das Pirminskloster Hombach, in: AmrhKG 5 (1953), S. 118ff. 
101 Vgl. H.H. ANTON, Liutwin - Bischof von Trier und Gründer von Mettlach (t um 722), in: 
ZsGeschSaarg 38/39 (1990/91), S. 21-51; DERS., Trier im frühen Mittelalter, Paderborn 1987, S. 158 
u. passim. 
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