Full text: Zwischen Saar und Mosel

gegründet und bereits 1102 an St. Mihiel gegeben85. In der Auseinandersetzung mit der 
Abtei St. Denis und ihrem Abt Suger gab sein Erbe, Graf Meinhard von Mörsberg, im 
Austausch für den Besitzkomplex der Pariser Abtei an der mittleren Saar um 
Blittersdorf 1125 u. a. seinen Besitz in Asminge als Zubehör zu dem von ihm gestifteten 
Priorat Zell an das Pariser Kloster, das seine Güter im östlichen Lothringen neu 
organisierte86. Eine Linie vom Besitz des Priorats Salonnes zu den Grafen von 
Bar-Mömpelgard ließe sich gewiß gut ziehen87, doch genügte der vom König 
verschenkte Mansus wirklich als Grundlage dieser cellal Eine andere Herkunft der 
Stiftung der Grafen von Bar muß durchaus in Erwägung gezogen werden. Sie könnte 
z. B. wie auch weiterer lothringischer Besitz der Grafen von Mörsberg auf den noch zu 
erörternden Eigenbesitz Fulrads in Lothringen zurückgehen, wofür vor allem die 
Zugehörigkeit des 1122/25 reklamierten Hunkirch zu Insming spricht88. 
Auch geographisch liegt Insming recht exzentrisch zum Seillegau; der Ort muß für die 
Karolingerzeit, nach Nennungen von Nachbarorten zu urteilen, eher im oberen Saargau 
plaziert werden89. 
Die schwersten Bedenken erheben sich jedoch aus paläographischer und philologischer 
Perspektive: Eine Identifizierung von Alningas mit a. 1102 Ansmingen, a. 1105 
Asmingia, a. 1152 Asmingia, d. i. Insming, das im ersten Bestandteil zum Namenstamm 
Ans- gehört90, ist nur möglich unter der Annahme einer Verschreibung von <s> zu 
<1> in der im Original überlieferten karolingischen Königsurkunde, und bleibt auch 
dann noch wegen des so früh kaum erklärlichen n-Schwundes bedenklich. Gegen die 
bei Annahme einer Übertragung aus einem Konzept oder einer Vorurkunde durchaus 
85 Lesort (wie Anm. 36), Nr. 59; vgl. Lepage (wie Anm, 18), I, S. 508ff.; Ders. (wie Anm. 31), S. 
71 f. 
86 Vgl. u. S. 24 mit Anm. 150. 
87 Den ins Haus der oberlothringischen Herzoge gekommenen Altbesitz von St. Denis (vgl. o. S. 6) erbte 
nach dem frühen Tod Herzog Friedrichs III. (1033) seine Schwester Sophia, die Stammutter des 
Hauses Bar-Mömpelgard. So erklären sich die Ansprüche der Deszendenz, etwa des mit Agnes von 
Bar verheirateten Grafen Heinrich I. von Salm 1152 auf die Vogtei des Priorats Insming, aber auch 
der Besitz der Erben von Mörsberg, der Grafen von Saarbrücken (und Zweibrücken) in Insming. Vgl. 
Parisse (wie Anm. 7), S, 245. 252f.; Ders., Bar au XIe siècle: la comtesse Sophie et les origines de la 
ville, in: Bull, de la Société d’Histoire et d’Archéologie de la Meuse 12 (1975), S. 5-28; JUNGK, 
Beiträge (wie Anm. 20), S. 15; PÖHLMANN / DOLL (wie Anm. 18), Nr. 252. Nach Nr. 93 (a. 1241) 
überträgt Graf Heinrich von Zweibrücken alle Rechte, die der Vogt von Mörsberg auf Hof Insming 
hat, an die Kirche St. Dyenisie. Die Justice Saint Denis wird noch 1606 in einem Weistum aus 
Insming erwähnt: Lepage (wie Anm. 18), I, S. 509. Vgl. zu Meierei und Priorat Insming Du PREIL 
(wie Anm. 36), II, S. 325 ff. 
88 Der Kirchensatz von Hunkirch gehörte dem Priorat Insming; die Kirchen von Hunkirch (vgl. o. Anm. 
27) und St. Georg in Wittersburg waren Filialen der Pfarrkirche St. Clemens in Insming, deren 
Patrozinium gut zum Metzer Clemenskult Ende des 10. Jhs. / Anfang des II. Jhs. paßt, als dort 
Adalbero II. (984-1005), der Bruder Herzog Theoderichs I., des Erben des Besitzes von St. Denis und 
Großvaters der Gräfin Sophia (Anm. 87), Bischof war. Vgl. Dorvaux (wie Anm. 22), S. 395f.; zum 
Clemenskult: Revue Historique de Metz 1 (1904), S. 177 Anm. I. 
89 Vgl. zur Struktur des Saargaus W. Haubrichs, Siedlungsnamen und frühe Raumorganisation im 
oberen Saargau, in: Ders. /H. Ramge (Hgg.), Zwischen den Sprachen. Siedlungs- und Flurnamen in 
germanisch-romanischen Grenzgebieten, Saarbrücken 1983, S. 225ff. 
90 Vgl. Kaufmann (wie Anm. 53), S. 35f.; Hiegel (wie Anm. 17), S. 182. Der n-Schwund findet sich 
nur in den romanischen Formen. Die Formen des 12. Jhs. müssen zudem bereits Resultate von 
späteren Lautentwicklungen sein; sie sind mit einem regelmäßigen PN wie Ansîn zu rekonstruieren: 
*Ansîningas mit Synkope der Mittelsilbe > *Ansningas mit Dissimilation des [n] > Ansmingen. All das 
mindert die Möglichkeiten einer Verlesung in der Originalurkunde von 775 schwerwiegend. 
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