Full text: Zwischen Saar und Mosel

Rennen. Auf die Beeder konnte man zur Not verzichten. Plötzlich war sie 
verschwunden. Unterhalb kam versunkenes Brückenholz zum Vorschein. Prinzre¬ 
gent Luitpold wollte eines Tages von Beeden nach Limbach reisen und vertraute 
der Brückensignatur in der Landkarte. Doch am Wasser hörte die Straße auf. Eine 
neue Brücke wurde erst 1936 gebaut. 
3. Über die mittelalterliche Brücke in Wörschweiler schrieb ein historiographischer 
Anonymus im Zusammenhang mit lokaler Römergeschichte und der versunkenen 
Stadt Schwarzenacker (Abb. 7, 3): ... unden am Berg umb die Bruck uf der 
Schlechten [Ebene] daselbst neben dem Wasser der Bließ [lag die] civitas ampla et 
populata sicut Wormatia62. Aus deren Brandschutt planierten die Mönche den 
„Schwartzacker“ mit Grangie auch jenseits des Flusses (Abb. 7,6). Die Brücke 
verband das Kloster mit der Grangie und der Straße nach Einöd. 
F. K. (v.) Dercum (1763-1825), Heidelberger Jurist, Juge de Paix in Blieskastel, 
referierte unterm 3. Dezember 1810 an die Gesellschaft für nützliche Forschungen 
in Trier63, am 25. Mai 1632 des Nachts, als die Schweden auf dem Klosterberg 
schanzten, sei der Amtmann und Rittmeister des Schlosses Kirkel, Johann von 
Bernstein, auf der Brücke erschossen worden. Brücke als Paukboden der Musketie¬ 
re wie so oft! Schütze unbekannter Nationalität! 
Bei Niedrigwasser im Jahre 1966 kam Quaderwerk zum Vorschein mit großen 
Steinplatten, wie sie angeblich die Römer zum Kellerbau benutzten64; doch glichen 
sie weder im Format noch im Behau den Römersteinen von Schwarzenacker, 
sondern dem Baumaterial vom Kloster. Seit der Brandkatastrophe von 1614 stand 
solches aus der Ruine zur Verfügung und fand ja auch für die Brücke von Limbach 
Verwendung. Also wurde der Rittmeister auf einer noch ziemlich neuen Brücke 
umgebracht. 
4. Dort in Einöd brauchte das Geleit einen Anschluß ins Bliestal, wozu der 
Schwarzbach überquert werden mußte (Abb. 7, 4). Die dortige Brücke wird im 
Jahre 1389 als „zu Einöde“ genannt65. Sie ist eingemerkt in der Karte des M. de 
Chaudière von 156666. In unmittelbarer Nähe stand auf dem Talboden eine kleine, 
in den zwanziger Jahren ausgegrabene Wasserburg. Der Geometer Stella nannte 
(1554) den Trümmerhügel Burgstall, gelegen unten am Einet auf der Schönawen. 
Der Ausgräber datierte nach (sehr ungewissen) Stilmerkmalen an Vorgefundenen 
Fenstersäulen ins 10. Jahrhundert (Abb. 7, 11)67. Als ein späterer Bewohner kommt 
62 Neubauer (wie Anm. 11), S. 415. 
63 Stadtbibliothek Trier H. S. 1831/964. 
64 In: Saarpfalz. Blätter für Geschichte und Volkskunde Nr. 26 (1990/3) S. 11 ff., mit zwei Fotos. 
65 Neubauer (wie Anm. 11), Nr. 785. 
66 Fischer (wie Anm. 17), S. 76 u. 77. 
67 C. Klein, in: Ber. des Konservators d. geschichtl. Denkmäler im Saargebiet 3 (1929), S. 71-73. - Die 
Burgstelle lautet nach Erfahrung an Ort und Stelle nach Karte 1 : 25,000, r. etwa 96.020, h. 59.490. 
Dr. K. Keil forschte im Grundstückskataster aufgrund der vom Ausgräber angegebenen Parzellen- 
Nummer und stellte Konkordanz mit den angegebenen Koordinaten fest. 
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