Full text: Stadtentwicklung im deutsch-französisch-luxemburgischen Grenzraum

Von der Planungsfeststellung zum Abschluß der Bauarbeiten 
In Metz kamen im März 1901 die allgemeinen Verhandlungen über das Stadterweite¬ 
rungsgelände zum Abschluß. Die Voraussetzungen für die Umgestaltung der Metzer 
Bahnanlagen waren geschaffen. Letzter Anstoß für die Umsetzung wurde der Erlaß 
des Kaisers vom 21. April 1901, der vor allem die Verlegung des Hauptbahnhofes 
nach Osten und die Anlage des Güterbahnhofs in der Seille-Niederung festlegte.81 
Gleichzeitig erklärte der Kaiser die Angelegenheit als dringlich und im öffentlichen 
Interesse stehend. Zu dieser Zeit lag in Berlin und kurz darauf in Metz schon der Be¬ 
bauungsplan zur Begutachtung vor.82 Der Stadterweiterungsvertrag zwischen Reichs¬ 
fiskus und Stadt wurde Ende August 1901 abgeschlossen.83 Zur Bahnfrage legten die 
beteiligten Behörden darin fest, daß das derzeitige Bahngelände kostenlos von der 
Bahnverwaltung bis zu einem Jahr nach vollständiger Inbetriebnahme des neuen 
Bahnhofs benutzt werden konnte; bis dahin mußten alle noch offenen Fragen zwi¬ 
schen Stadt- und Reichseisenbahnverwaltung geregelt und der städtische Beitrag zur 
Hafenverlegung bezahlt sein. 
Ende September 1901 wurden die neuen Pläne zur Gestaltung der Metzer Bahnanla¬ 
gen im Rathaus ausgelegt.84 Noch während letzte, erfolglose Versuche, die Gestal¬ 
tung der Bahnanlagen zu beeinflussen, unternommen wurden, schrieb die Generaldi¬ 
rektion im Dezember 1901 den Wettbewerb für die Gestaltung des Hauptbahnhofge¬ 
bäudes aus.85 Sie gab eine Reihe von Bestimmungen heraus zur Anordnung und 
Größe der einzelnen Gebäudeteile und bezüglich des Baumaterials.86 Der Baustil 
wurde im wesentlichen freigestellt. Aufgefordert waren deutsche Architekten. Unter 
den Mitgliedern des Preisgerichts befand sich nur ein Metzer, der Dombaumeister 
Tornow. Gewinner wurde der Berliner Architekt Jürgen Kröger mit seinem Projekt 
"Licht und Luft", das jedoch erst nach einer Überarbeitung in der Königlichen Akade¬ 
mie für Architektur ausgeführt wurde. Die sechs Jahre der Projektausarbeitung verlie¬ 
fen ruhig im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren der Projektplanung. Die gro¬ 
ßen Entscheidungen waren gefallen. Kleine Zwischenfälle bei den Vermessungsarbei¬ 
ten (es war verschiedentlich zur Entfernung der Signalstangen gekommen)87 oder 
81 "Kaiserlicher Erlaß v. 21. April 1901 betr. die Umgestaltung der Eisenbahnanlagen in Metz" 
in: ADM, 15 AL 477. 
82 Gemeinderatssitzungen v. 2. u. 24. Aug. 1901. 
83 "Vertrag zwischen dem Reichs-(Militär-)fiskus und der Stadt Metz" v. 27. Aug. 1901 in: 
ADM, 10 AL 1013. 
84 Gemeinderatssitzung v. 26. Sept. 1901, Protokoll S. 442. 
85 Schontz (Anm. 6). 
86 "Deutsche Konkurrenzen" Bd.14, Heft 167/168, S. 1-11. Darin auch das Folgende. 
87 Schreiben der Generaldirektion v. 13. April 1902 an den Bezirkspräsidenten in: ADM, 15 
AL 478. 
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