Full text: Die alte Diözese Metz

per medium forum Hornbach zog'™. Von diesem südlichen Teil des alten Fiskalgebie¬ 
tes wird manches nach 870 an die Matfridinger und von diesen an die Abtei Her¬ 
bitzheim gegangen sein, die sie besaßen. Im Jahre 906 ist bei der Rebellion der Gra¬ 
fen Gerhard und Matfrid die Rede davon, daß sie ein castrum im Bliesgau und 
zahlreiche Güter besaßen, die ihre Vasallen und Abhängigen bewirtschafteten178 179. 
Diese Güter wird man wohl zu einem guten Teil in diesem auch später matfridingi- 
schen Landstrich zu suchen haben. 
3. Besitzgeschichte und Diözesangrenzen 
So unsicher manches bleibt, überall weisen dort, wo sich später die Diözesangrenzen 
etablierten, im Waldland des Vosagus die Indizien auf Besitzsubstrat des Fiskus, des 
Königs zurück. Dieses Königsland gelangte in verschiedenen Schüben in die Hände 
großer Adelsfamilien, von Klöstern und geistlichen Institutionen. An den im Laufe 
dieses Prozesses geschaffenen Einheiten orientierten sich die Diözesangrenzen, kei¬ 
nesfalls aber in diesem noch in der Merowingerzeit nahezu siedlungsleeren Waldland 
an antiken Verwaltungseinheiten'80. 
Im Süden folgte die Grenze der spätestens im 11. Jahrhundert durch die matfridingi- 
schen Herzoge von Lothringen übernommenen forestis um Bitsch; ihr stand das wohl 
in salischer Zeit an die Bischöfe von Speyer gekommene Gebiet der bis Hauenstein 
reichenden Großpfarrei Dahn gegenüber181. Im Norden muß mit früherem Festwer¬ 
den der Grenze gerechnet werden. Als 985 der Königshof Lautern an die Salier 
gelangt, ist die dortige forestis bereits auf Nahegau und Wormsgau aufgeteilt. Schon 
178 Kaiser (wie Anm. 146), S. 72, weist auf einen sehr alten, die Angaben der Bitscher Grenz¬ 
beschreibungen aber bestätigenden Rechtsbrauch: Anläßlich des Jahrmarkts bei St. Johann 
zu Hornbach wird darauf verwiesen, daß die Kirche teils auf Bitscher, teils auf Hornbacher 
Seite liege. Der Marktzoll kam zur Hälfte Hornbach, zur anderen Hälfte der Herrschaft 
Bitsch zu. 
m Regino von Prüm, Chronicon, ed. R. Rau, Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte, 
Bd. 3, Darmstadt 1966, S. 314: Cuonradus comes filium suum Cuonradum misit cum arma¬ 
torum non modica manu, ut irruerunt super Gerardum et fratrem eius Matfridum, eo quod 
honores suos et Gebehardi fratris, videlicet possessionem sancti Maximini et sanctae Mariae ad 
Horrea (Klöster St. Maximin und Oeren in Trier), violenter invasissent; quibus exercitus ex 
regno Lotharii sociatus est. Pervenerunt autem usque in pago Blesaco (Bliesgau), rapinis et 
incendiis hereditatem et possessionem supra dictorum fratrum et satellitum eorum depopulan¬ 
tes. Porro Gerardus et Matfridus a castro, in quo se communierant, legationem mittentes pacem 
petierunt . . Das castrum der matfridingischen Brüder konnte bisher nicht befriedigend 
identifiziert werden. Vgl. Hlawitschka, Lotharingien und das Reich an der Schwelle der 
deutschen Geschichte, 1968, S. 191; Haubrichs (wie Anm. 28),TI. II, S. 21ff. 
1811 Es darf im Bereich des Vosagus nicht an Verhältnisse wie im westlichen Gallien, etwa bei 
Verdun, gedacht werden, wo civitas, Diözese, Gau und (mit gewissen Einschränkungen) 
Comitatus nahezu zusammenfallen. Vgl. W. Haubrichs, Die Urkunde Pippins des Mittle¬ 
ren und Plectruds für St. Vanne in Verdun (702). Toponomastische und besitzgeschichtliche 
Überlegungen zum frühen Besitz der Pippiniden-Arnulfinger und zum Königsgut im Verdu- 
nois, in: Francia 13 (1985), S. 22ff. mit Anm. 140 und Karte Nr. 2. 
181 Vgl. o. Anm. 145. 
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