Full text: Die alte Diözese Metz

Metzer Chorbischof, der an der Spitze des Konvents des Metzer Eigenklosters Neu¬ 
weiler erscheint171. Zu diesem Verwandtenkreis gehört wiederum auch Bischof Sigi- 
bald von Metz, der Gründer von Neuweiler und St. Avold, der auch seine Zustim¬ 
mung zum Hornbacher Gründungsakt gab172. Der jüngere Wilo erscheint in den 
zwanziger Jahren des 9. Jahrhunderts im Umkreis von Neuweiler als Schenker für 
einen Angehörigen dieser Weißenburger Familie173; er erscheint auch anläßlich der 
Translation des hl. Adelphus von Metz nach Neuweiler durch einen ebenfalls den 
Weißenburger Gründerfamilien entstammenden Chorbischof von Metz174. Weitere 
Beziehungen tauchen auf, wenn ein erneut in den Kreis des Chorbischofs gehöriger, 
zwischen 838 und 860 tätiger Grundherr Eto 838 Wälder im Umkreis von Bitsch an 
Weißenburg schenkt175. In dieses zwischen Metz und Weißenburg gespannte Bezie¬ 
hungsnetz könnte auch der Eponym von Wolmünster gehören. Das Peterspa¬ 
trozinium paßt zu Weißenburg, aber auch zu den Gründungen des Bischofs Sigibald, 
der Neuweiler dem Apostelfürsten, St. Avold Petrus und Paulus weihte und vielleicht 
in Hornbach Pirmins Marienpatrozinium Petrus hinzufügte176. 
Die Gründung Wolmünsters vollzog sich im Königsland und wohl nicht ohne Spitze 
gegen Hornbach. Die Verhältnisse an Schwalb, Trulb und Hornbach waren wohl im 
8. Jahrhundert noch unklar. Erst im Jahre 823 teilt eine kaiserliche Kommission die 
Mark von Hornbach entlang Altstraßen zwischen Kloster und Fiskus auf, wie bereits 
erwähnt177. Man darf diese Grenze in der Nordgrenze der späteren forestis Vosagus 
der Matfridinger und des Bitscher Landes wiederfinden, die auffälligerweise mitten 
durch den bei der wohl ältesten Hornbacher Pfarrkirche St. Johann gelegenen Markt, 
171 Vgl. Haubrichs (wie Anm. 33), S. 161f. 
172 Doll (wie Anm. 45), S. 142. 
173 Glöckner/Doll (wie Anm. 32), Nr. 175. 
174 G. Wei 11, Le rayonnement d’un pèlerinage alsacien au IXe siècle, in: Revue d’Alsace 96 
(1957) S. 136; vgl. W. Haubrichs, Die Weißenburger Mönchslisten der Karolingerzeit, in: 
ZGO 118) S. 37 Anm. 134. 
175 Glöckner/Doll (wie Anm. 32), Nr. 273; vgl. Nr. 49 (860), 151 (841). Der Grundherr Eto 
besitzt jeweils die Hälfte folgender Wälder: Ludlinhard (Lützelhardt w. Obersteinbach), 
Langenhard (ö. Bitsch ?), Okeresbuhil (Otterbiehl n. Bitsch), Sconinberc (Schönberg s. 
Bitsch) und Vvassartbuhil (Wasenberg w. Bitsch). 1472 findet sich im Hornbachtal beim 
Otterbiehl auch ein Öttenböhel, der den PN Eto festhalten könnte. Vgl. Pöhlmann (wie Anm. 
161), S. 6 Nr. 47. 
176 Nach der Vita Pirminii I, c. 6, MG SS XV, S. 27, besitzt die erste Kirche, die Pirmin errichtet, 
ein altare in honorem Dei genetricis Mariae. 
177 Historia et Commentationes Academiae (wie Anm. 65), S. 250ff. Nr. V; Neubauer (wie 
Anm.45), Nr. 12. Der actor dominicus des Fiskus Frankfurt mit dem (durchaus widonischen) 
Namen Nantcharius hatte dem Eigenkirchenherrn und Grafen Lantbert terras et silvas et 
prata super marcham sita[s], quo est ex monasterio suo, quod dicitur Orombach zugunsten des 
Fiskus entzogen. Die kaiserliche Kommission findet, daß jener Nantcharius zu Unrecht ipsam 
investituram de potestate praedicti monasterio abstulisset, daß zwischen dem fiskalen Teil und 
dem Klosterteil der Mark eine Teilung vorzunehmen sei und daß die marcha zu teilen sei in 
via, quae dicitur Taianweck, et inde ad Geroldisphad, deinde ad Wiligartaweck. Doll (wie 
Anm. 45), S. 128 hat den Weg zur rechten Interpretation dieser Mark als der Klostermark 
gewiesen; die Altstraßen, welche die Abgrenzung leiten, lassen sich schwer identifizieren; 
eine weist jedoch sicherlich auf die zur Widonenfamilie gehörige Wiligarta, die Wilgartswie¬ 
sen den Namen gab (Anm. 65). Es könnte sich also um die westliche Verlängerung der 
Queichtalstraße (Anm. 144) handeln. Der Vorsitzende der kaiserlichen Kommission ist kaum 
zufällig der inluster vir Matfrid, Stammvater der Matfridinger. 
68
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.