Full text: Die alte Diözese Metz

Zweibrücken und Nassau-Saarbrücken, trotz des kräftigen Zusammenwirkens katho¬ 
lisch-kirchlicher Erneuerung mit dem französischen Königtum behaupten konnten. 
Vorträge und Diskussionen haben deutlich gemacht, daß die Wiedererrichtung 
katholischer Gemeinden im nördlichen Teil des alten Archidiakonats Saarburg kei¬ 
neswegs überall mit der Wiederherstellung der bischöflichen Jurisdiktion vorrefor- 
matorischer Zeit gleichzusetzen ist, sondern daß das landesherrliche Kirchenregiment 
generell der Wahrnehmung bischöflich-metzischer Kompetenzen in den Territorien 
ablehnend gegenüberstand und daß in der Zulassung bischöflicher Amtshandlungen 
durch katholische oder protestantische Fürsten nur ein gradueller, aber nicht ein 
prinzipieller Unterschied zu erkennen ist. 
Günther Volz hat schließlich am Schicksal eines Prämonstratensers aus Wadgassen, 
schon in der benachbarten Diözese Trier gelegen, der auf Pfarrstellen in der Metzer 
Diözese wirkte, den Zerfall des kirchlichen Lebens in der Revolutionszeit veran¬ 
schaulicht. 
Reinhard Schneider sprach in seinen Einleitungsworten das Problem der Entste¬ 
hung und Auswirkung von Grenzen an. Wir haben kein einziges Referat speziell zu 
diesem Thema gehört, aber in allen Referaten klang die Grenzproblematik an: Ent¬ 
stehung von Grenzen, gegenseitiges Aufeinanderwirken, Verhältnis zwischen ver¬ 
schiedenen Grenzen. 
Ich habe nicht den Ehrgeiz, ein Abschlußreferat über Grenzen zu halten, sondern 
möchte einige darauf bezügliche Ergebnisse des Kolloquiums thesenartig formulie¬ 
ren: 
1. Die Grenzen der alten Diözese Metz orientieren sich nicht nur an den Grenzen 
der alten gallo-romanischen Civitas Mediomatricorum, sondern sind gerade in 
ihrem östlichen und nördlichen Teil das Ergebnis eines sich bis zum 10. Jh. hinzie¬ 
henden Entwicklungsprozesses, dessen Verlauf sowohl durch die Aufsiedlung des 
Waldlandes als auch durch die Besitzverhältnisse bestimmt wird. 
2. Die Grenzen der geistlichen Zuständigkeit des Bischofs und seines weltlichen Ter¬ 
ritoriums decken sich nie. Während im Früh- und Hochmittelalter die Metzer 
Bischöfe über erheblichen Besitz außerhalb ihrer Diözese verfügten, müssen sie 
seit dem späten 11. Jh. innerhalb ihrer Diözese schwere Gebietsverluste hinneh¬ 
men und in allen vier Himmelsrichtungen die Grenzen des weltlichen Territoriums 
der terre evechoise, des späteren Fürstbistums Metz, hinter die Diözesangrenzen 
zurücknehmen, während im Nordosten die Erzbischöfe von Trier ihre weltliche 
Macht in die Metzer Diözese (Ämter Blieskastel und St. Wendel) hereinschieben 
können. 
3. Die Entstehung der kirchlichen Verwaltungsgrenzen innerhalb der Diözese wird 
in das 12. Jh. gesetzt, die merkwürdige Abgrenzung der Archidiakonate Vic, Mar- 
sal und Saarburg untereinander wurde versucht mit verkehrsgeographischen und 
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