Full text: Die alte Diözese Metz

den eine Rolle gespielt. Auf eine Visitation des Bitscher Landes hat der Bischof dar¬ 
aufhin verzichtet. 
Vom Übernachtungsort Saaralben ging die Reise am 30. Mai über Roth, wo die Kir¬ 
che besucht und die Firmung gespendet wurde, weiter nach Saargemünd. Es folgte 
nun jener Abschnitt der Visitation an Saar und Blies, der uns hier am meisten interes¬ 
siert (vgl. die beigegebene Karte). 
D’Aubusson hatte nicht die Absicht, alle Pfarreien, auch die früher katholischen, auf¬ 
zusuchen, noch weniger, ehemalige Pfarreien wiederherzustellen, wie das bei den 
späteren Visitationen der Reunionszeit der Fall war, so 1680 und 16864li; das schränk¬ 
te das Konfliktpotentia! seiner Visitation erheblich ein. Der Bischof versuchte ledig¬ 
lich, außerhalb der bestehenden katholischen Pfarreien möglichst alle Katholiken sei¬ 
ner Diözese seelsorgerisch zu erreichen44 50. Dabei nahm er sich das Recht, seinen 
gesamten Sprengel bereisen zu dürfen, ohne Rücksicht auf protestantisch gewordene 
Gebiete. Verschiedentlich legte er es auch darauf an, demonstrativ von bestimmten 
Teilen seiner Diözese regelrecht Besitz zu ergreifen. 
Im Zeichen der Alltagsgeschichte interessiert uns natürlich auch, wie der Bischof 
gereist ist. Zu seiner Begleitung51 gehörten fünf Kleriker, darunter ein Dolmetscher, 
ferner sicherlich auch der Saarburger Archidiakon Antoine Foes52. Erwähnt werden 
der Metzer Domkanoniker Nicolas Le Roux53 und der Offizial des Bereiches Vic, der 
dortige Dekan und Kanoniker Jean Le Royer54. Zur Begleitung gehörten weiterhin 
der bischöfliche Sekretär und Apostolische Notar Lancelot François55, ein Laie, fer¬ 
ner ein Hofmeister, je ein Kammer- und Silberdiener, ein Koch, drei Lakaien und 
44 Visitation des Archidiakonats Saarburg 1680: Quellenzusammenstellung vgl. Répertoire des 
visites pastorales S. 131 f.; Veröffentlichung des Protokolls durch Choux a.a.O.; ferner - 
mit Auslassungen - durch Dorvaux, Anciens pouillés S. 198 ff.; Teilabdrucke in deutscher 
Übersetzung finden sich bei B uchheit, a.a.O.; ferner bei Carl Roderich Richter, Wie 
das Saargebiet evangelisch wurde, Saarbrücken 1925, S. 119 ff. (ohne genaue Kennzeichnung 
der beträchtlichen Auslassungen). - Visitationen des Archidiakonats Saarburg vom Mai und 
September 1686: Quellenzusammenstellung vgl. Répertoire des visites pastorales S. 133 f.; 
Veröffentlichung des Protokolls durch Kirch, Visite canonique de 1686; Teilabdrucke in 
deutscher Übersetzung bei B u c h h e i t S, 16 ff. 
50 LA Sbr„ NSbr. II, 5847, fol. 89 ff. 
51 Der Blieskasteler Kellner Laurentius urteilt über die Begleiter (Apostel), sie seien (mehr) der 
¡ncivilitet als der Höflichkeit zugetan gewesen und sie dächten sehr geldbegierig . . dan sie 
alle Occasion gesucht, wie etwas erschrappen mögten (Bericht an den Freiherrn vom 9.6.1669, 
Waal 2666). 
52 im gen. Bericht des Blieskasteler Kellners ist von einem Kanonikus von Kaufmannssaarburg 
die Rede, der die drei Kapuziner bei ihrer Vorausmission nach Medelsheim begleitete. - 
Foes, Archidiakon von 1663 - 1670, vgl. Dorvaux, Anciens pouillés S. 246. 
53 Nicolas Le Roux, Domkanoniker 1658 - 1688 (vgl. Dorvaux, Anciens pouillés S. 255), wird 
- außer im „Mémoire“ - in den Lixheimer Protokollen vom 25./26.5.1669 erwähnt (AD MM 1 
F 172, 3). Am 26.4.1670 wurde er zum Generalvikar ernannt (tätig bis 1677, vgl. AD Moselle. 
Répertoire numérique de la Sous-Sér. 29. J. Fonds de Péveché de Metz, bearb. von Charles 
Hiegel, Metz 1988, S. 33 f.). 
54 Mitunterzeichner der Lixheimer Protokolle und der Saarwerdener „Wunder-Urkunde“ (vgl. 
Benoit S. 126). 
35 Schreiber der Lixheimer Protokolle. Als Metzer Sekretär von 1660 - 1684 bezeugt (vgl. Flie¬ 
ge 1, Répertoire numérique S, 5). 
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