Full text: Die alte Diözese Metz

chungen, die ich in Vorbereitung meines Referates nicht erbringen konnte. Ich 
beschränke mich daher auf die Wiedergabe einiger Lesefrüchte aus Literatur und 
Quellen: 
Personelle Verbindungen zum Domkapitel ergeben sich nicht nur von den beiden zur 
Kathedralgruppe gehörenden Stifte St. Petrus129 130 maior und St. Maria rotunda, son¬ 
dern auch von den beiden anderen Metzer Stiften St. Salvator und St. Theobald110. 
Insbesondere die Pröpste von St. Salvator131 und St. Maria rotunda begegnen häufig 
als Inhaber von Domherrenpfründen, aber ohne daß eine institutionalisierte Perso¬ 
nalunion von Stiftspropstei und Domkanonikat bis jetzt festgestellt werden konnte, 
wie überhaupt das Kapitel von St. Maria rotunda trotz seiner räumlichen Nähe zum 
Domkapitel - mit dem es sich die Benutzung des Gebäudes der heutigen Kathedrale 
teilte - sich bis in die Frühneuzeit herein seine Eigenständigkeit bewahrte und nicht, 
wie Moraw es anderenorts festgestellt hat, zu einem Minderstift absackte. Eher könn¬ 
te man dies von dem Kapitel von St. Petrus maior sagen. 
Die Statuten des Domkapitels wurden von Bischof Adalbero IV. 1115 auf das Stift St. 
Salvator übertragen132 133. Die Statuten von St. Theobald legte Bischof Jakob von Metz 
seinen beiden Neugründungen St. Stephan in Oberhomburg und St. Stephan in Saar¬ 
brücken zugrunde. Authoritas und jurisdictio des Cantors von St. Stephan/Oberhom¬ 
burg sollten sich nach denen des Cantors von St. Salvator ausrichten. Die Dignität 
des Propstes von St. Stephan/Oberhomburg und von St. Stephan/Saarburg sollte laut 
Stiftungsurkunden nur einem Mitglied des Metzer Domkapitels übertragen werden113. 
Bei seinen kanzleigeschichtlichen Untersuchungen hat Peter Acht134 den Propst Wil¬ 
helm von St. Salvator als Kanzleichef unter Bischof Bertram und Gründer der Metzer 
Kanzleischule herausgestellt. Michel Parisse135 konnte dem bischöflichen Kaplan Lie- 
bald, Kanoniker von St. Salvator, in der ersten Hälfte des Episkopats Stephans von 
Bar eine führende Rolle in der bischöflichen Kanzlei zuweisen. Rund eineinhalb 
Jahrhunderte später treffen wir wieder einen Propst von St. Salvator in enger Bezie¬ 
129 z. B. Simon Noiron (Pelt wie Anm. 94) S, 395. 
130 Pfründen im Domkapitel und im Stift St. Theobald besaßen Jean Ernst, Hartwig Henezlin, 
Jean de Heu, Gérard de Sorreviile, Thierry de la Tour, Jean de Tournai (Pelt [wie Anm. 94] 
S. 379,389,420 *.). 
131 Hugo Primicerius des Domkapitels und Propst von St. Salvator 1196/99 (Parisse wie Anm. 
98) S. 107 f. Nr. 19, 20, 21; Hagano (Parisse in: Annuaire de la Soc. d’hist. et d’Arch, 77, 
1963 S. 56 Nr. 52); Bertrand, Domthesaurar und Propst von St. Salvator {Le Mercier de Mor- 
rière, Actes de Mathieu II, duc de Lorraine 1220-1251, Nancy 1893 S. 161 Nr. 152; Arvei- 
ler-Ferry (wie Anm. 101 Nr. 84) vgl. die Angaben bei Pelt S. 389, 409, 414 f. und 419 ff. 
zu Alard de Thiaucourt, Pierre Careti, Jean de Raigecourt, Nicole Bertrand, Laurent Coulon, 
Jacques Fessai, Joffroy Cœur de Fer, Didier Langard, Claude Margereti. 
132 AD Moselle G 1559. 
133 So jeweils die Gründungsurkunden. 
134 Peter Acht, Die Cancellaria in Metz. Eine Kanzlei- und Schreibschule um die Wende des 
12. Jahrhunderts. Diplomatische Beziehungen zum Mittel- und Niederrhein und zum franzö¬ 
sischen Westen, Frankfurt am Main 1940, insbesondere S. 23-33. 
135 Michel Parisse, Les chartes des évêques de Metz au XIIe siècle. Etude diplomatique et 
paléographique, in: Archiv für Diplomatik, Schriftgeschichte, Siegel- und Wappenkunde 22, 
1976, S. 272-316, insbesondere S. 278 ff., 296-299, 302-305. 
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