Full text: Das Saarrevier zwischen Reichsgründung und Kriegsende

Stadt Saarbrücken.128 Damit war die Präsenz des XXI. Armeekorps in Saarbrücken 
erloschen. 
Im Janauar 1919 dürften die inzwischen in Köthen eingetroffenen aktiven General¬ 
kommandos XVI und XXI sich die ihnen zuständigen stellvertretenden Behörden 
unterstellt oder eingegliedert haben. Nachfolger v. Ungers waren einmal Generalleut¬ 
nant Adolf Wild v. Hohenborn (1860-1925), 1915/16 Kriegsminister, der das Metzer 
Korps von Oktober 1916 bis April 1919 führte und im Januar 1919 eine Personalan¬ 
gelegenheit im Sinne des Korpssoldatenrats entschied,129 zum andern Generalleutnant 
Ernst v. Oven (1859-1945), vom Januar 1917 bis April 1919 kommandierender 
General des XXI. Korps.130 
Im Zuge der im März 1919 anhebenden Neuordnung des Militärwesens des Deut¬ 
schen Reichs - Aufstellung der vorläufigen Reichswehr - und der dadurch bedingten 
Auflösung der alten Armee wurden beide Generalkommandos in sogen. Abwicklungs¬ 
ämter umgewandelt, die unter oft wechselnden Stabsoffizieren die bis zum 1. Oktober 
1920 bestehenden Abwicklungsstellen der ehemaligen Divisionen, Regimenter, For¬ 
mationen und Behörden beaufsichtigten und sich dann auch räumlich trennten.131 Das 
Abwicklungsamt XVI verlegte nach Hannover, während das im April 1920 noch 
45 Vertragsangestellte, davon 30 Zivilisten, beschäftigende Abwicklungsamt XXI 
nach Dessau umzog. Zuletzt, d. h. bei seiner Auflösung am 1. Januar 1921, unter¬ 
stand es dem im Januar 1919 verabschiedeten Major und späteren Wehrmachtober¬ 
sten Hans Kling (1884-1971),132 der sich als Spezialist der Formationsgeschichte des 
preußischen Heeres im Ersten Weltkrieg einen Namen machte und wohl am ehesten 
berufen gewesen wäre, die Geschichte des „Stellvertretenden Generalkommandos des 
XXI. Armeekorps zugleich für das XVI. Armeekorps und die Festung Bitsch“ zu 
schreiben. 
128StadtA Saarbr. G Nr. 1786. Als Vertreter u. Berater der Eigentümerin Clara v. Voß geb. 
Röchling (1865-1923), der Witwe des Saarbrücker Landrats (1885-1888) Maximilian v. Voß 
(Klein (Anm. 1) S. 74 ff., Gemmingen-Hornberg (Anm. 71) S. 119 f.), fungierte dabei der 
am 17. Nov. als Leiter der Bahnhofskdtur Vendenheim/Elsaß demobilisierte Architekt 
Weszkalnys (vgl. Anm. 8, 17, 82). Zu dem u. a. in Weißenburg erkennbaren Bestreben 
(StadtA Wissembourg, Gemeinderatsprotokolle v. 13.-15. Nov. betr. Ankauf des Hofguts 
Langenberg, Wagner u. Scheffel (wie Anm. 3) S. 487), militärische Einrichtungen, Lagerbe¬ 
stände, agrarisch genutzte Güter u. Areale vor dem Einmarsch der Ententetruppen im 
Kommunalbesitz zu transferieren, vgl. auch Schmillen (wie Anm. 85) S. 44. 
129 Und zwar verfügte er am 31. Jan. 1919, wie es der Korps-SR XVI, der SR des Saarlouiser 
Inf.-Rgts. 30 u. dessen Verein aktiver Uffz. forderten, die Versetzung des offenbar unbelieb¬ 
ten Rgts.-Führers Mai. Jany, was wiederum dem Offz.-Korps mißfiel (Schmidt (Anm. 3) 
Bd. 4 S. 388 ff.). Adolf Wild v. Hohenborn, Briefe u. Aufzeichnungen, hg. v. H. Reichold 
u. G. Granier, 1986, geht auf seine Köthener Zeit nicht ein. Auf Wild folgte als letzter Führer 
des XVI. AK, nunmehr in Blankenburg/Harz, GLt Theodor Teetzmann, 1913/14 Kdr. des 
Inf.-Rgts. 30 (Möller (Anm. 26) S. 404 ff., 502 f.). 
130Ein Nachfolger für v. Oven, der im April 1919 die Leitung der Operationen gegen die 
Rätearmee in Bayern erhielt u. am 30. Sept. 1919 als Gen. d. Inf. in Pension ging (Möller 
ebd. S. 102 ff., ER S. 60), ist nicht bekannt. 
131 Vgl. allgem. G. Tessin, Deutsche Verbände u. Truppen 1918-1939, 1974, S. 5 ff., dazu 
einige ergänzende Angaben bei Guenther S. 463 ff., 478 ff., Lasch S. 349 ff., Marx 
S. 141 ff., Pfannenberg S. 326, 338 ff., 349 ff., Sanner S. 151, 195 f., 219 f., Sommer- 
brodt S. 316 ff. u. bes. Schmidt Bd. 4 S. 387 ff. (alle wie Anm. 3). 
132J. Wilke, In memoriam Oberst a. D. Hans Kling, in: Zs. f. Heereskunde 35, 1971, S. 41-43 
(vgl. dazu ebd. 1959, S. 45 f.). 
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