Full text: Das Saarrevier zwischen Reichsgründung und Kriegsende

scher Vereine33 und auch der Barbara-Bruderschaften34 verdienten mehr Beachtung 
als bisher. Die Anfänge der Sozialdemokratie haben Klaus Michael Mallmann und 
Gerd Bungert aufgehellt.35 Die Geschichte der liberalen Parteien an der Saar harrt 
noch der Aufarbeitung. 
Eine der Bellot’schen Arbeit vergleichbar breite Darstellung der politischen Entwick¬ 
lung der Westpfalz in der wilhelminischen Ära fehlt. Die Reichstagswahlen in den drei 
Wahlkreisen Kaiserslautern-Kirchheimbolanden, Zweibrücken-Pirmasens und Hom¬ 
burg-Kusel behandelt Ernst Otto Bräunche,36 Fritz Jacoby bereitet eine zusammenfas¬ 
sende Darstellung vor.37 
Wirtschaftsgeschichte 
Eine umfangreiche saarländische Wirtschaftsgeschichte, die alle Industriezweige, 
Energiewirtschaft, Handel, Handwerk und Kreditwesen darstellt und in die allgemei¬ 
ne Entwicklung des Deutschen Kaiserreiches einbettet, liegt bisher nicht vor. Gertrud 
Milkereit hat in dem 3. Band der Rheinischen Geschichte das Saarrevier in ihren 
Beitrag „Wirtschafts- und Sozialentwicklung der südlichen Rheinlande seit 1815“ 
einbezogen.38 In Anbetracht des handbuchartigen Charakters des Werkes mußte sie 
sich auf die Verarbeitung der vorhandenen Literatur beschränken. Die Fakten und 
Daten über die Saarwirtschaft in der uns interessierenden Zeit sind mit denen anderer 
Teile der südlichen Rheinprovinz, der Pfalz und Rheinhessens verwoben, so daß ein 
Überblick über die spezifische Entwicklung im hiesigen Revier nicht zustande 
gekommen ist. 
33 Das Buch von Gerhard Bungert und Charly Lehnert, Vereine im Saarland, Saarbrücken 
1988, unternimmt erstmals den Versuch einer Geschichte des saarländischen Vereinswesens, 
legt aber das Schwergewicht auf das 20. Jh., für die Entstehung des hiesigen Vereinswesens im 
19. Jh. läßt es viele Wünsche und Fragen offen. 
34 Grundhöfer, Hermann-Joseph, Glück auf in Christo Jesu. Zur Gründung der St. Barba¬ 
ra-Bruderschaften im Saarland, in: Saarheimat 32, 1988, S. 13-15. 
35 Bungert, Gerhard - Mallmann, Klaus-Michael, August Bebel und das Saarrevier. Aus 
bisher unbekannten Briefen des ersten Vorsitzenden der Sozialdemokraten, in: Arbeitnehmer 
25, 1977 S. 369-372; Mallmann, Klaus-Michael, Die Anfänge der Sozialdemokratie im 
Saarrevier, in: ZGSaargegend 28, 1980 S. 128-148; derselbe, „Dies Gebiet ist bis jetzt noch 
eine vollständige terra incognita“. Die verspätete SPD im Saarrevier, in: Mall- 
mann-Paul-Schock-Klimmt (wie Anm. 12) S. 65-70; vgl. auch die Quellenpublikation von 
Günther Bers, Die Sozialdemokratische Partei im Agitationsbezirk obere Rheinprovinz 
1897-1918. Rechenschaftsberichte u. Parteitagsprotokolle, Teil I (1897-1905), Köln 1973. 
36 Bräunche, Ernst Otto, Parteien und Reichstagswahlen in der Westpfalz zur Zeit der 
Reichsgründung, in: Jb. f. Gesch. von Stadt und Landkreis Kaiserslautern 26/27, 1988/89 
S. 251-266 in Anlehnung an seine größere Arbeit „Parteien und Reichstagswahlen in der 
Rheinpfalz von der Reichsgründung 1871 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914“, 
Speyer 1982 (Veröffentlichungen der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaf¬ 
ten 68). 
37 Im Rahmen der „Geschichtlichen Landeskunde des Saarlandes“ Bd. 3, deren Herausgabe von 
mir in den Mitteilungen des Hist. Vereins für die Saargegend (Neue Folge) vorbereitet 
wird.. 
38 Milkereit, Gertrud, Wirtschafts- und Sozialentwicklung der südlichen Rheinlande seit 1815, 
in: Rheinische Geschichte hrsg. von Franz Petri und Georg Droege, Band 3: Wirtschaft und 
Kultur im 19. und 20. Jahrhundert, Düsseldorf 1979, S. 193-327. 
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