Beginn der althochdeutschen Überlieferung finden sich Belege - im Alemannischen
und im Mitteldeutschen existiert hat. 7
Für die Gebiete nördlich der trocken-Lxmz, die etwa bei Merzig - Trier anzusetzen
ist, verzeichnen die Mundartwörterbücher die Formen einige, ciröge
(RheinWb 1, 1516-1519; Woeste 58; SchleswFIWb 1, 869-871). LuxWb 1,
223 nennt die Formen drechen, drechen ,trocken1. Für Thionville / Diedenhofen
und Sierck, also für den Raum, in dem auch der Mundartbeleg aus dem
ASFSL für Hettange-Grande / Großhettingen zu lokalisieren ist, werden, neben
sonstigem trucken, die Adjektivformen dre/an, tre/an genannt, des Weiteren
das Femininum Drechent .Trockenheit1 (DtLothrWb 101 und 107).
Ferner sind rheinisch-nassauische Formen zu nennen (kölnisch drück, Eifel
drei: AUBIN/FRINGS/MÜLLER 1926/1966, 134).
D. Der in Abschnitt A aufgeführte Flurnamenbeleg des Untersuchungsraums
steht vereinzelt: Einerseits fanden für den Begriff .trocken' in der Flurnamengebung
andere Wörter Verwendung, andererseits dürfte das Wort drechen
schon früh als grob mundartlich empfunden und daher gemieden worden sein.
Der singuläre Beleg fügt sich genau in das Verteilungsbild, das die Karten 8, 9
und 10 des Digitalen Wenkeratlasses zeigen (der zugrundeliegende Wenker-Satz
lautet: „Im Winter fliegen die trocknen Blätter durch die Luft herum.“).7S
Eine Linie, die bei Thionville / Diedenhofen ansetzt und von hier in südöstlicher
Richtung nach Bouzonville / Busendorf verläuft, dann in nordöstlicher
Richtung nach Merzig und Wadern und von dort nach Norden weiterläuft,
scheidet das westlich der Linie gelegene drech-/dreck-Geb\et vom östlich der
Linie gelegenen trock-Gebiet. Das drech-tdreck-Areal hat einen Scheitelpunkt
bei Merzig: Westlich von Merzig herrscht drech- (an dieser Form haben die
Westeifel, Luxemburg und Lothringen Anteil), östlich dreck- (die Gegenden
um Trier und an der Mosel haben diese Form).77 79
Trock- und truck- wiederum werden durch eine Linie getrennt, die durch
die Kantone Boulay-Moselle / Bolchen und Bouzonville / Busendorf und weiter
durch die saarländischen Gemeinden Saarlouis, Saarbrücken und Neunkirchen
geht, so dass die genannten Kantone und Landkreise Anteil an beiden
Formen haben. Das nördlich dieser Linie herrschende trock- nimmt also nur
einen schmalen Streifen zwischen dem drech-ldreck- und dem truck-Gebiet
ein. Zum trock-Gebiei gehören die Orte entlang einer Linie Boulay-St. Wendel,
eine südliche Ausbuchtung der Linie erreicht noch den Dudweiler Raum.
77 Vgl. Jung 1938, 115f.
'' Eine kleinräumigere Kartierung der trocken-Varianten in Rheinland-Pfalz und im
Saarland auf der Grundlage der Daten des Mittelrheinischen Sprachatlasses findet
sich in Drenda 2008, Karte 81.
79 Vgl. auch Abb. 44 bei Aubin/Frings/MüLLER 1926/1966, 135.
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