kischen, Ripuarischen, Nordbergischen und Südniederfränkischen mit Ausnahme
von Kempen vor (RheinWb 1, 1226). Eine weitere Bedeutung ist
,Vertiefung, Einbuchtung in Geschirren, weichen Gegenständen1 (ebd.).
Delle f. ,Niederung, Mulde, Moortümpel, niedriges Weideland' ist in den
östlichen Niederlanden,6 aber auch darüber hinaus (SCHÖNFELD 1950, 44;
MOERMAN 1956, 49) gut belegt. An der Küste kann Delle f. auch ,Dünensenke'
bedeuten (ebd.). Bei Flurnamen wird Delle in den östlichen Niederlanden
als Simplex gebraucht, während Zusammensetzungen eher selten sind.6S
Im niederdeutschen Gebiet ist Delle ,kleine Bodenvertiefung, Senkung'
nicht sehr gebräuchlich: Das Hamburgische kennt Dell f. ,flache Grube (z. B.
in einem Federbett)': Im hamburgischen Stadtteil Bergstedt kommt der Straßenname
Delle vor (HambWb 1, 705). Das Niedersächsische Wörterbuch gibt
für Jelle, dele f. nur die Bedeutung ,eingedrückte Beule' an (NsäCHSWb 3,
175f.). Im Westfälischen ist Delle f. ,Vertiefung im Gelände' im Südwestfälischen
verstreut, im Ostwestfälischen und im südlichen Ostfälischen fehlt
das Wort weitgehend. In der Bedeutung ,Beule' ist Delle im südlichen Ostwestfälischen
dagegen allgemein verbreitet (WestfWb 2, 82; WOESTE 49).
Öfter ist das Wort nur in Siedlungsnamen und Flurnamen erhalten: vgl. z. B.
1279 voll Ls Westerdille bei Oerlinghausen. Es handelt sich hier um ein kleines
Langtal, eine Leegte; in Oldenburg heißt ein Quertal zwischen zwei Längstälern
auch Delle (Jellinghaus 42; SchleswFIWb 1, 710; Scheuermann
1995, 114; WestfFlnAtl Nr. 121, S. 521 ff). Insgesamt darf aus diesem Befund
auf eine ältere stärkere Verbreitung des Wortes im Niederdeutschen geschlossen
werden.
Etwas häufiger scheint Delle f. im Sinne von ,kleine Vertiefung des Bodens,
Bodeneinschnitt' in Schleswig-Holstein und in Ostfriesland zu sein, wobei
das Appellativ als ausgestorben gilt. Das Wort kommt nur in Orts- und
Flurnamen vor, vgl. z. B. die Ortsnamen Dellbriich zwischen Sarzbüttel und
Bargenstedt (Süderdiethmarschen, Westholstein), Dellstedt Dorf im Kirchspiel
Tellingstedt (Norderdiethmarschen, Westholstein), Dellmath Hof bei
Sarzbüttel (Süderdiethmarschen, Westholstein) (SCHLESWHWB 1, 710;
JELLINGHAUS 233); vgl. auch die Flurnamen die Delle, Waterdelle.67 69
ln den Mundarten Ost- und Westpreußens bedeutet Delle f. ,Beule; Vertiefung
im Gelände'; das Appellativ ist nur verstreut belegt (PREUßWB 1,
1131).
67 Hendrik Jacob Moerman: Oostnederlandsche plaatsnamen (met kaart), in: Nomina
Geographica Neerlandica 7 (1930), 1-49, hier 7.
ilS Willem E. AsBROEK/Jan G. L. Overbeeke: Veldnamen in Haaksbergen. Haaksbergen
1982, 191; Arent Th. BLOEMENDAAL/Peter Meerdink: Boerderij- en veldnamen
in Winterswijk, Staringinstituut Doetichem 1992, 45.
69 Eduard Schumacher: Die Flurnamen Ostfrieslands, 6 Bde., Aurich 2002, hier Bd.
3, 11 lf.
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