Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

MnlHdWb  131  und  132;  WNT  3,  2388;  Orel  2003,  292;  Pfeifer  211  und
1409).  Anord.  dceld  (-ida-Ableitung),  dcela  f.  ,Tal,  Bogefö  (De  Vries  1961,
72),  schwed.  Däld  (-/c/a-Ableitung)  ,kleines  Tal\  dän.  däl(le)  ,Vertiefung  in
der  HauC  gehören  mit  anderem  Ablaut  auch  zu  Tal  (Weigand  2,  1036).
Germ.  *da!jö  ,Talartiges‘  ist  in  Ortsnamen  seit  dem  10.  Jahrhundert  belegt.
Frühe  Ortsnamen  sind  z.  B.:
(1)  tDelthorp  bei  der  Huysburg  bei  Halberstadt  (Lkr.  Harz):  961  kop.  12.
Jh.  Delthorp  (FÖRSTEMANN  II,  1,  699);
(2)  Dilbeek  (B,  Prov.  Flämisch-Brabant):  1075  Delbeccha  (Mansion
1935,  31  );66
(3)  tBundendele,  unbek.,  in  der  unteren  Saargegend:  11.  Jh.  Bundendele,
Buntende  le  (GYSSELING  205);
(4)  Dellen,  Gde.  Grosbous  (L,  Kt.  Redingen):  1128  kop.  13.  Jh.  Deila
(GYSSELING  261);
(5)  tDellenem  bei  Hildesheim:  1173  or.  Dellenem  (FÖRSTEMANN  II,  1,
699);
(6)  Delbrück  (Kr.  Paderborn):  1.  H.  13.  Jh.  Thelebrugge  (WestfFlnAtl
Nr.  121,  S.  525);
(7)  Diesdelle,  Gde.  Uccle  (B,  Region  Brüssel-Hauptstadt):  1399
Dieversdelle  (Carnoy  1,  1948/49,  164);
(8)  Dellstedt,  Amt  KLG  Eider  (Kr.  Dithmarschen):  1447  to  Delstedte
(Laur  1992,209).
C. Das  Wort  Delle  f.  ,muldenförmige  Einsenkung,  flache  Vertiefung1  ist  in
den  mitteldeutschen  und  niederdeutschen  Mundarten  sowohl  als  Appellativ  als
auch  in  Flurnamen  verbreitet  (WEIGAND  2,  1036;  BACH  II,  1,  §  287;  DWB  6,
612;  Knöpp  1959,  20).
In  den  rezenten  Mundarten  kommt  das  Wort  vor  allem  im  Mitteldeutschen
vor:  Delle  f.  ,flache,  kleinere  Bodensenkung  im  Gelände,  Talmulde,  Schlucht,
Hohlweg,  bes.  kleine  Mulde  in  Acker  und  Wiese,  oft  etwas  sumpfig,  aber  ohne
  fließendes  Wasser1,  mda.  Dölle,  Dälle,  Dält,  Thält,  ist  als  Flurname  in  den
rheinischen  Mundarten  häufig  und  allgemein  belegt  (Dittmaier  49).  An  der
unteren  Saar  ist  früh  der  Name  Bundendele  (11.  Jahrhundert)  belegt  (siehe
oben  Abschnitt  B,  vgl.  Büchmüller/Haubrichs/Spang  1986/87).  An  der
Mosel  begegnet  der  Ortsname  Delscheid  (unbekannt,  zwischen  Flesten  und
Pomster),  der  Anfang  des  13.  Jahrhunderts  als  Dellescit  belegt  ist:  Wahrscheinlich
  verweist  der  Name  auf  einen  Wald  mit  Vertiefungen.  Weitere  Flurnamen,
  die  Delle  aufweisen:  bei  Echternach  1328  vineam  suam  sitam  in  loco
...  qui  dicitur  an  der  deyllin,  1336  vineam  ...  sitam  in  monte  dicto  Delle
(JUNGANDREAS  1962,  285).  Als  Appellativ  kommt  Delle  f.  im  Moselfrän¬66

  Carnoy  1,  1948/49,  166:  „On  a  vu,  à  propos  de  Delle  que  del  au  lieu  de  dal  était
fréquent  en  Brabant.“

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