Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

(])  Finkenbrink,  Hofname  in  Amelsbüren,  Stadt  Münster:  10.-11.  Jh.  kop.
12.  Jh.  M.  Vinkinbrinke\
(2)  tBrinke  bei  Dinxperlo  (NL,  Prov.  Gelderland):  1029  Brinke;
(3)  tMiddelbrinke  bei  Vollenhove,  Gde.  Steenwijk  (NL,  Prov.  Overijssel):
1152  kop.  15.  Jh.  A.  pars  terre  in  Mitdelbrinc,  1218  Mildelbrinke  (lies:
Middelbrinke)',
(4)  Brinkum,  Gde.  Stuhr  (Lkr.  Diepholz):  1158  Brinchem;
(5)  Brinke,  Gut  bei  Oesede,  Gde.  Georgsmarienhütte  (Lkr.  Osnabrück):
1184  Brinken.
C. Einen  Überblick  über  das  Vorkommen  von  Brink  bieten  LERCHNER  1965,
50-52,  Valtavuo  1957,  24-27  und  Udolph  1994,  838-855,  vgl.  auch  die
Karte  ,HügeP  in  Band  4  (1955)  des  DWA.
Als  Appellativ  und  Flurname  hat  Brink  ein  Kerngebiet  in  West-  und  Ostfalen.
  In  Westfalen  sind  ß/7/7Ä-Flurnamen  mit  Ausnahme  des  Westmünsterlandes
  im  gesamten  Gebiet  nördlich  der  Lippe  einschließlich  der  Soester  Börde
  überdurchschnittlich  stark  vertreten.  Das  Wort  hat  hier  das  oben  in  Abschnitt
  B  skizzierte  Bedeutungsspektrum.  In  den  heutigen  Mundarten  gelten
neben  der  schon  früh  entwickelten  Bedeutung  ,HügeP  in  Ostwestfalen  auch
,steiler  Abhang1  und  in  Nordwestfalen  auch  ,Grasfläche  am  Rande  des
Ackers,  erhöhte  Grasfläche,  Wiese4  etc.  (MÜLLER  1985,  145-149;  WESTF-FlnAtl
  Nr.  99;  WOESTE  40).63
Nach  Norden  hin  reicht  das  Vorkommen  von  Brink  als  Hügelwort  bis  in
den  Raum  Nienburg  a.  d.  Weser;  in  der  Bedeutung  ,Dorfplatz,  Versammlungsplatz4
  bis  nach  Bremerhaven  und  nach  Holstein  (JELLINGHAUS  1899,
227;  NSÄCHSWB  2,  767-769;  SchleswHWb  1,  522f.);  auch  hier  haben  Brink-Flurnamen
  Bedeutungen,  die  von  ,Rand,  Ackerrain4  über  ,Hügel,  Abhang,  erhöhte
  Rasenfläche4  bis  hin  zu  ,Gemeindeplatz4  und  ,angeschwemmter  Bachrand4
  reichen  (SCHEUERMANN  1995,  112).
Die  nordöstlichste  Ausdehnung  im  deutschen  Sprachraum  erreicht  Brink  in
Mecklenburg,  wo  es  die  Bezeichnung  für  einen  Fleck  grünen  Landes  ist
(JELLINGHAUS  1899,227).
Nach  Westen  reicht  Brink  als  Appellativ  und  Flurname  in  der  Bedeutung
,Anger,  grüner  Hügel,  Hügelrand,  Grasplatz4  bis  ins  Rheinische  und  umfasst
hier  im  Wesentlichen  das  Niederfränkische,  Niederripuarische  und  Niederbergische
  (Dittmaier  41f.  und  51,  Karte  10;64  RheinWb  1,  986).  Da  aber  die
Flurnamen  im  Brink  in  Bad  Breisig  (Lkr.  Ahrweiler)  sowie  Thalbrink  in
Mandern  (Lkr.  Trier-Saarburg)  ebenfalls  hier  hingehören  (DITTMAIER  meldet

Die  ostfälischen  Verhältnisse  beschreibt  Werner  Flechsig:  Wörter  für  Bodenerhebungen
  in  Ostfalen,  in:  Braunschweigische  Heimat  55  (1969),  55-60,  81-88  und
119-127,  hier  59f.
64  Die  DiTTMAiERsche  Karte  ist  hier  als  Abb.  9  nochmals  abgedruckt.

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