Full text : 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

Nr.  6
Brink  m.  ,Grashügel4,
A.  Fischbach  (SB):  o  In  der  Brenkhomes.  Körprich  (Sl):  o  Die  Briinkenstücker.
  Ludwigsthal  (Hb):  o  In  den  Brünkwiesen.  Quierschied  (SB):  1758
or.  dt.  in  der  brenkhomes  (GEB),  1774  or.  dt.  bey  der  holzer  bach  und
brenkhumes  wiess  /  auf  weinhofen  und  brenkhumes  in  den  steinigen  und
heidenberg  (GEB).  Velving  (Bo):  o  Dii  brinkenbach  /  die  brinken  [di:
'bripkonbax  /  di:  briqkn].  Wahlen  (MW):  1551  or.  dt.  biss  by  pysteler  brink
oben  holborn  (GEB).  W  aldweistroff  (Si):  1694  or.  dt.  canton  brinckwiss
ielgeswiss  /  -  brieckwiss  (AD  Mos  E  depot  742  1  G  1).
Die  folgenden  Belege  sind  nicht  eindeutig  zuzuordnen  (vgl.  Abschnitt  D):
Bambiderstroff  (Fa):  1662  or.  dt.  im  brinckelgien  (AD  Mos  H  1067),  Benestroff
  /  Bensdorf  (Al):  o  Au  brinkel.
(Vgl.  Abb.  8)
B.  Brink  m.  ,Grashügel4,  mnd.  brink  m.  (MndHdWb  1,  349),  geht  auf  germ.
*brenkaz  m.  zurück  (Orel  56).  Die  weitere  Herkunft  ist  nicht  abschließend
geklärt.  Vielleicht  liegt  eine  Verwandtschaft  mit  Wörtern  in  der  Bedeutung
.Rand,  Einfassung4  vor:  mhd.  brem,  mnd.  barm,  berme,  anord.  barmr  usw.  zu
idg.  *bherm-,  bhorm-.  Denkbar  ist  aber  auch  eine  Zugehörigkeit  zu  idg.
*bhren-  ,hervorstehen;  Kante4;  zu  dieser  Wurzel  gehört  z.  B.  lat.  fröns  ,Stirn4
(EWN  1,  381;  IEW  142  und  167;  Kluge  151;  LIV  95f.;  LÜhr  1988,  100  und
268;  Udolph  1994,  839).  Aus  der  ursprünglichen  Bedeutung  ,Rand4  entstand
ein  Bedeutungsspektrum,  das  von  ,Ackerrand,  Rain,  angeschwemmter  Rand
eines  Baches4  über  .erhöhte  Rasenfläche,  Grasanger4  bis  zu  ,Gemeindeplatz4
reicht  (DWB  2,  391;  KLUGE  151;  LERCHNER  1965,  50-52;  LexMA  2,  694;
Müller  1985,  148;  NsächsWb  2,  767-769;  Valtavuo  1957,  26;  Weigand
1,289f,).
Das  dem  Rhein-  und  Mittelfränkischen  genetisch  näher  stehende  ostmnl.
brinc  m.  bedeutet  zunächst  ebenfalls  ,Rand,  Grasrand4,  dann  auch  .Grasfeld,
Dorfplatz4  (MnlHdWb  117;  De  Vries  1971,  88).  Das  Altnordische  besitzt  die
eng  verwandte  Bildung  brekka  f.  ,steiler  Hügel4  (De  Vries  1961,55).  Das  dänisch/schwedische
  brink  -  ohne  Assimilation  von  -nk  zu  -kk  -  wurde  aus  dem
Mittelniederdeutschen  übernommen.  Seit  etwa  1300  ist  das  mengl.  brink,
brenk  .Rand,  Strand4  belegt  (LERCHNER  1965,  50).
Einige  alte  Belege  für  Brink  bieten  Toponyme  aus  Westfalen,  Niedersachsen
  und  den  östlichen  Niederlanden  (EWN  1,  381;  FÖRSTEMANN  II,  1,
573;  Gysseling  357  u.  ö,;  Haubrichs  2006,  14;  Jellinghaus  35f.;  Künzel/
Blok/Verhoeff  251):

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