Full text: 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

auch als Formnamen zu Bracke m. .Spürhund4 gehören könnten (Kluge 144). 
Das SHessWb l, 1060 verzeichnet Bracke f., mda. brag, meist Plural -a .eine 
Distelart, bes. auf Äckern4 (Kreis Bergstrasse, Mainz, Alzey); die Bedeutung 
,Cirsium lanceolatum4 kommt in Biebesheim (Kr. Groß-Gerau) vor, die von 
,Carduus acanthoides4 ist in Gau-Odernheim (Lkr. Alzey-Worms) belegt. Das 
Lemma findet sich auch in Flurnamen, vgl. 1737 au ff dem brackenbruch, wo¬ 
bei die Zuweisung unsicher ist: nur vielleicht zu südhess. Bracke f. ,Distelart, 
besonders auf Äckern4 (SFIessFln 249). 
Im Luxemburgischen ist Bracken f. PI. ,dornige Ranken der Brombeer¬ 
hecke (entdornt und in Streifen geschlitzt zur Herstellung von Korbsachen)4 
belegt (LuxWb 1, 142). 
In den deutsch-lothringischen Mundarten lebt als Appellativ Bracke f. 
(mda. brekd im con Bouzonville / Busendorf, hrak in Sierck-les-Bains) Brom¬ 
beere; die langen, dornigen Ausläufer der Brombeere; das Reis, das man im 
Frühjahr beim Beschneiden der Reben verschont, um junges Holz zu ziehen' 
(DtLothrWb 59). 
In der Pfalz kommt Bracke f. .die Distel Cirsium oleraceum4, mda. Brack, 
Brag (im Westrich, in Nordwest- und Südpfalz) vor. Die Zusammensetzung 
Brackendistel f. ,Sumpfkratzdistel (Cirsium palustre)4, mda. Brackedischtel, 
ist für die Landkreise Kusel (Gde. Schmittweiler) und Speyer belegt (PFÄLZ- 
Wb 1, 1147 und 1148; Marzell 1, 1013). 
Im Niederdeutschen ist das Lemma an der Küste nur im Ostfriesischen 
nachgewiesen: vgl. Brak ,Strauch, Gestrüpp, bzw. allerlei wild und wirr 
durcheinander wachsendes Gesträuch (wie z. B. Brombeeren, wilde Rosen, 
Dornen und sonstiges Unterholz), welches man nur mit großer Mühe durch¬ 
dringen kann4 (Ten Doornkaat Koolman 1, 218f). Im Westfälischen be¬ 
deutet Brake ,Reis, Busch; abgehauenes Reis (Marsberg); trockenes Reis 
(Fürstenberg)4 (WOESTE 39). Das WestfWb 1, 1112f. verzeichnet Brake m. 
(f.) hauptsächlich in der Bedeutung .abgefallener trockener großer Zweig, 
Reisig; Reisigbusch, abgeschlagenes Zweigwerk; Gerte, langer, dünner 
Zweig4 (vgl. auch NsäCHSWb 2, 675f). ln Niedersachsen ist Bräke, Bräk(en) 
m./f./n. .abgebrochener oder abgehauener Ast4 im alten Kr. Burgdorf und im 
Lkr. Celle sowie im westfalischen Gebiet belegt; es wird überwiegend im Plu¬ 
ral gebraucht mit der Bedeutung .Reisig4. Bräke, Bröken m./f./n. .Gestrüpp, 
Dickicht4 ist selten in Ostfriesland und im westfälischen Sprachgebiet des 
Landes sowie in den Landkreisen Holzminden, Hameln-Pyrmont, Peine und 
Celle sowie im ehemaligen Lkr. Springe. Bräk(en) PL ,Geweihstange4 ist 
mancherorts auch belegt (NsäCHSWb 2, 675f.). Für Ostfalen vgl. ferner bräke 
f. .dichtes Himbeer- und Brombeergesträuch4 (DamköHLER 1927, 32), Has¬ 
tenbeck Bröken .abgehauene Baumzweige4,61 Sievershausen Braken m. ,abge¬ 
61 Heinrich Deiter: Kurzes Wörterverzeichnis der plattdeutschen Mundart von Has¬ 
tenbeck nebst plattdeutschen Redensarten, in: Hannoversche Geschichtsblätter 22 
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